The Eden House – Timeflows

15. Mai 2013 von Marcus Pohlmann

Eden House Timeflows

Musiker:

Label: ,

Genre: , ,

Laufzeit: 26 Minuten

Tracklist:
01 – Neversea
02 – Into the Red
03 – The Only One
04 – Timeflows (Part 1)
05 – Timeflows (Part 2)

Erscheinungsdatum: 01.02.2012

Sprache: Englisch

Die hierzulande nur wenig bekannte britische Gothic-Band The Eden House kann ein ausgesprochen illustres Line-Up vorweisen, so finden sich hier beispielsweise Mitglieder der Fields Of The Nephilim, The Mission oder auch NFD, die mit wechselnden Gastmusikern und -sängerinnen arbeiten. Nach einigen Festival-Gigs im letzten Jahr, sollte die Band eigentlich mit ihrer neuen EP Timeflows im Gepäck Anfang diesen Jahres auf ausgedehnte Deutschland-Tour gehen. Leider mussten die Konzerte kurzfristig abgesagt werden und so bleibt dem geneigten Hörer nichts anderes übrig, als sich mit den fünf Tracks der EP die Wartezeit auf das demnächst erscheinende Album Half-Life zu verkürzen.

Das erste Stück „Neversea“ macht vom ersten Takt an klar, wohin die musikalische Reise gehen wird: Rockige Gitarren, druckvolles Schlagzeug und dominante Bassläufe geben den Ton an. Glücklicherweise sind die Stimmen der beiden Sängerinnen, Amandine Ferrari und Valenteen, durchaus in der Lage einen entsprechenden Gegenpol zur Instrumentierung zu bilden. Die sich daraus ergebende Spannung macht das Stück zwar nicht zu einem Tanzflächenfüller, weiß aber durchaus zu überzeugen. „Into The Red“ präsentiert sich, zumindest zu Beginn, deutlich weniger rockig und wesentlich langsamer. In Verbindung mit den, in diesem Fall spröde und zerbrechlich wirkenden, Stimmen der Sängerinnen ergibt sich ein atmosphärisch dichter, beinahe schon meditativer Sound. Nur gegen Ende wird das Stück etwas energischer, nimmt an Härte und Geschwindigkeit zu. Beim dritten Stück auf der CD „The Only One“ treten die Instrumente weit in den Hintergrund und lassen Valenteen viel Raum um ihre ausdrucksstarke Stimme zu entfalten. Gelegentlich trauen sich Schlagzeug und Gitarre etwas weiter in den Vordergrund, jedoch lebt der Song fast gänzlich von den Vocals. Die beiden Tracks „Timeflows (Part 1)“ und „Timeflows (Part 2)“ bilden den Abschluss der EP und hier ziehen Tempo und Härte wieder merklich an. Gerade in den ersten zwei Minuten haben die Bassläufe Gelegenheit sich in den Gehörgängen festzusetzen. Erst danach setzt der Gesang ein, doch auch im weiteren Verlauf des Tracks müssen die beiden Sängerinnen hinter ihren Kollegen an den Instrumenten zurückstehen. Im Mittelteil mischen sich zudem einige elektronische Spielereien sowie eine Violine in den Sound, lediglich Tony Pettitt am Bass behält unbeirrt den Rhythmus bei und führt das Stück nach mehr als neun Minuten letztlich zum Finale. Der zweite Teil von „Timeflows“ ist, von einem merkwürdig gedämpften Chor im Hintergrund abgesehen, ein Instrumentalstück, mit dem die Band die EP langsam, mit fast hypnotischer Qualität, ausklingen lässt.

Bei manchen Tracks gelingt es den Musiker einfach nicht ihre Herkunft zu verleugnen, so hätten manche Bassläufe und Gitarrenparts durchaus von frühen Stücken der Fields Of The Nephilim stammen können. Dass dies nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss, beweist die Band im Laufe der Spielzeit der EP allerdings eindrucksvoll. Das Zusammenspiel des weiblichen, mehrstimmigen Gesangs mit dem gitarrenlastigen Gothic-Sound ergibt ein sehr spannendes Hörerlebnis, das zwar kein Material für die Tanzflächen der Clubs hergibt, aber dennoch regelmäßig den Weg in den CD-Player findet. Sowohl die saubere Produktion als auch die optische Produktion des Silberlings bieten keinen Grund zur Klage, lediglich die Informationen im Digi-Pack hätten etwas ausführlicher sein können. So erfährt der Hörer nur, welche Musiker an welchem Stück beteiligt waren. Abschließend bleibt mir nur zu hoffen, dass die ausgefallene Tour in absehbarer Zeit nachgeholt wird und die Band auch live ihr hohes Niveau halten kann.

The Eden House legen hier ein interessantes, trotz der kurzen Laufzeit vielseitiges Stück Musik vor, bei dem der aufmerksame Hörer immer wieder neue Facetten entdecken kann.

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