PZZL – Insight Out

19.09.2017 von Marcus Pohlmann

PZZL - Insight Out

Musiker:

Genre: , ,

Laufzeit: 21 Minuten

Tracklist:
01 - Listen
02 - Haunting Me
03 - Ghosts
04 - Over And Out
05 - Colours
06 - Future

Erscheinungsdatum: 31.03.2016

Sprache: Englisch

Bei Amazon bestellen

Wer aus dem Großraum Frankfurt kommt hatte vielleicht schon einmal die Gelegenheit PZZL bei einem ihrer zahlreichen Auftritte, beispielsweise vor kurzem auf dem Hessentag, zu erleben. Obwohl es die Band erst seit drei Jahren gibt, hat das Quintett mit Insight Out im letzten Jahr bereits seine zweite EP in Eigenregie veröffentlicht.

Der Opener „Listen“ präsentiert sich rockig und melodisch. Die Riffs gehen ins Ohr, der Bass sorgt für den nötigen Rhythmus, aber vor allem hat es mir das Schlagzeug angetan. Die Drums wechseln zwischen dezenter Hintergrundbeschallung und druckvollem Geknüppel – ein netter Kontrast, der erst nach mehrfachem Hören richtig auffällt. Sängerin Saskia führt in dem Track quasi mit sich selbst einen Dialog und singt ihren Text mal spröde und zart, mal rotzig-punkig und dann wieder mit einer merkwürdig gepressten, schreienden Stimme. Der letzte Part kann auf Dauer sicherlich nicht gesund für die Stimmbänder sein und passt für mich so gar nicht zum Rest des Stückes. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, kann sich den dazugehörigen Video anschauen. Dagegen bietet „Haunting Me“ soliden, mainstreamtauglichen Indie-Rock. Hier machen PZZL sehr viel richtig: die Geschwindigkeit stimmt, eine gewisse Grundaggressivität ist ebenfalls vorhanden, es gibt einen eingängigen Background-Gesang und ruhige Parts lockern das Ganze auf. Dabei wird das Stück auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig. Für mich sicherlich einer der besten Songs auf der EP. Mit „Over And Out“ wagt die Band einen, durchaus gelungenen, Ausflug ins Cross-Over-Genre. Besonders der Bass kommt hier verstärkt zum Einsatz und liefert ein sehr hörenswertes Gerüst. Dem Hörer bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig als bei der Nummer mit dem Kopf zu nicken. Von einer kurzen, auf Deutsch, geschrieenen Passage abgesehen, gefallen mir die Vocals wieder ausgesprochen gut. Sowohl beim Sprechgesang als auch im Refrain schafft es die Sängerin genau die richtigen Töne zu treffen. Waren die vorangegangenen Stücke eher aggressiv oder melancholisch, so präsentiert sich „Future“, mit einer eher positiven Grundstimmung. Der Track hat zwar immer noch genug Druck, aber alles wirkt freundlicher und versöhnlicher. Sogar der Gesang verzichtet auf den wütenden Unterton und liefert dazu noch einen sehr „catchy“ Refrain. Eigentlich wäre dieses Stück ein ausgesprochen passender Schlusspunkt für Insight Out, doch nach einem Moment sphärischem Rauschen schließt sich noch ein „Hidden Track“ an. Dabei kommt neben der akustischen Gitarre auch noch mehrstimmiger Gesang zum Einsatz. Ein sehr deutlicher Kontrast zu den anderen sechs Tracks, zeigt er aber auch, dass die Band die leisen Töne beherrscht.

Um es kurz zu machen: PZZL machen krachige, laute Musik mit ruhigen Zwischentönen. Dabei legt die Band jedoch Wert darauf, dass Melodien und Partytauglichkeit nicht zu kurz kommen. Die sechs Stücke (und natürlich auch der Hidden Track) kratzen durchweg an der Drei-Minuten-Marke und bewegen sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Punk, Crossover und Rock. Vor allem die Wandlungsfähigkeit der Sängerin gefällt mir sehr gut (von den „Screams“ abgesehen) – das macht die Stücke deutlich interessanter und unterscheidet sie von ähnlich gelagerten Bands. Es wird sicherlich spannend sein, zu sehen in welche Richtung sich das Quintett weiter entwickeln wird.
Dankenswerterweise haben die Menschen an den Reglern bei der Produktion darauf verzichtet, den Sound glatt zu bügeln. Vielmehr kommt er roh, authentisch aber sehr sauber aus den Boxen – wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, sehr nahe am Live-Sound der Band. Der CD liegt noch ein Booklet in Form eines kleinen Posters bei, das auf der Rückseite die Lyrics und einige spärliche Informationen zur Produktion enthält.

Die EP von PZZL zeigt eindrucksvoll das Potential der Band und macht neugierig auf das Album, das Anfang 2018 erscheinen soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.