MarieMarie – Dream Machine

31. März 2014 von Marcus Pohlmann

MarieMarie

Musiker:

Label: ,

Genre: , , ,

Laufzeit: 75 Minuten

Tracklist:
01 – Open Your Eyes
02 – Cotton Candy Hurricane
03 – White
04 – Candy Jar
05 – Dream Machine
06 – Wild Bees Honey
07 – Under The Neon Sky
08 – Magnolia
09 – 20 Steps
10 – Ode To A Dream
11 – Tell Me
12 – Unparadised

01 – Wild Bees Honey
02 – Candy Cotton Hurricane
03 – Wicked Games
04 – Outro
05 – Ode To A Dream
06 – Under The Neon Sky
07 – Magnolia
08 – Candy Jar

Erscheinungsdatum: 01.02.2014

Sprache: Englisch

Mit der Teilname am Eurovision Song Contest 2014  hat es zwar nicht geklappt, doch einen wirklichen Grund sich zu beschweren dürfte MarieMarie dennoch nicht haben. Die Konzerte, der Harfe spielenden Sängerin und ihrer Band, sind gut besucht, es gibt Kooperationen mit anderen Künstlern und dann ist auch noch ihr Debut-Album Dream Machine seit Februar erhältlich. Universal hat neben dem normalen Silberling auch eine Vinyl-Version sowie eine Deluxe Edition veröffentlicht, die eine zweite CD enthält und Gegenstand der vorliegenden Rezension ist.

Sehr unaufgeregt präsentiert sich der erste Track des Albums: „Open Your Eyes“. Wenige Harfenklänge und spärlich knarzende, elektronische Untermalung leiten das Stück ein. Etwa zur Mitte hin gewinnt der Song dann, auch Dank des Schlagzeug-Einsatzes, etwas mehr Schwung und Druck. Die beiden bisher ausgekoppelten Singles „Cotton Candy Hurricane“ und „Candy Jar“ ähneln sich in ihrer Machart  frappierend ohne dabei wie Kopien voneinander zu wirken. Locker, beschwingt und durchaus tanzbar bieten die Stücke eine gelungene Mischung aus Elektronik, Beats, Streichern, einigen Harfen-Akkorden und extrem eingängigen Refrains. Für mich sicherlich mit die besten Tracks auf dem Album. In eine ganz andere Richtung geht dagegen das melancholische „White“, bei dem eine eher klassische Instrumentierung im Vordergrund steht und die Stimme der Sängerin gekonnt untermalt. Seinem Namen durchaus gerecht wird der Titeltrack „Dream Machine“. Vor allem die Harfe, aber auch die Streicher verleihen dem Stück seinen versponnenen, fluffigen Klang. Der, etwas kryptische, Text verstärkt diesen träumerischen Eindruck noch weiter. Sehr ähnlich funktioniert „Wild Bees Honey“, jedoch sind hier alle klassischen musikalischen Elemente unterkühlter, minimalistischer Elektronik gewichen. Lediglich am Ende übernehmen die Harfe und Streicher die Führung des Stückes und lassen es ausklingen. Sehr poppig und durchaus radiotauglich kommt „Magnolia“ aus den Boxen. Hier schafft es MarieMarie fast alle Elemente ihrer Musik in einem Stück zu bündeln, allerdings wirkt der Sound auf mich schon fast etwas zu angepasst. Je öfter ich „20 Steps“ höre, desto besser gefällt mir der Track. Eine melancholische Grundstimmung und der eher deprimierende Text üben durchaus eine gewisse Faszination aus. Diese wird auch nicht dadurch getrübt, dass im späteren Verlauf mehr Beats eingesetzt werden. Zusammen mit den beiden Singles für mich das Highlight des Albums. Die folgenden Stücke bedienen eher konventionelle Hörgewohnheiten, sind nicht wirklich herausragend, aber doch alles andere als schlecht. Der letzte Track „Unparadised“ konzentriert sich fast vollständig auf das Zusammenspiel der Sängerin mit ihrer Harfe und verzichtet weitgehend auf andere Elemente. Ein schönes ruhiges Stück, das einen gelungenen Abschluss für das Album darstellt.
Für die zweite CD, untertitelt mit The Engine, hat die Band einige Stücke des regulären Albums neu interpretiert. Dabei kommen fast ausschließlich klassische Instrumenten, allen voran natürlich die Harfe, zum Einsatz. Es ist interessant die veränderte Wirkung der Stücke zu beobachten, so verlieren beispielsweise die beiden Singles „Cotton Candy Hurricane“ und „Candy Jar“ sehr viel von ihrer Dynamik während andere Stücke, wie „Under The Neon Sky“ oder die grandiose, spröde Cover-Version von Chris Isaaks „Wicked Game“, eine viel intensivere Wirkung haben.

MarieMarie selbst bezeichnet ihre Musik als Folktronic-Pop, was auch immer darunter zu verstehen ist. Tatsächlich gibt es auf Dream Machine viel Interessantes zu entdecken: Die Stücke haben Ecken und Kanten und widersetzen sich meist sehr erfolgreich den Mainstream-Hörgewohnheiten ohne jedoch den Hörer zu verschrecken. Vor allem die gelungene Kombination aus klassischen und elektronischen Elementen machen das Album für mich recht spannend und abwechslungsreich, selbst wenn sich die Folk-Elemente doch in einem sehr überschaubaren Rahmen halten. Die Stimme von Frau Scheiblhuber zeichnet sich zwar nicht unbedingt durch ihren großen Tonumfang oder klaren Klang aus, jedoch trägt sie die Stücke mit viel Engagement und Herzblut vor, und kann dies auch zum Hörer transportieren.
Das Booklet ist als kleines Hardcover-Büchlein aufgemacht und enthält, neben den Songtexten, Bilder mit psychedelischen Farbverläufen und natürlich eine Auflistung der beteiligten Personen. Auch von technischer Seite gibt es nichts auszusetzen. Die Produktion ist sauber und klar ohne dabei überfrachtet zu wirken, was besonders bei den eher klassisch instrumentierten Stücken angenehm auffällt.

Dream Machine ist ein interessantes Album geworden, das sich der Einordnung in ein bestimmtes Genre entzieht und durchaus zu gefallen weiß.

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