Lyronian – Hope and Veneration

12. Februar 2011 von Marcus Pohlmann

Lyronian - Hope and Veneration

Musiker:

Label: ,

Genre: , ,

Laufzeit: 47 Minuten

Tracklist:
01 – Close To You
02 – Längst Vergangenheit
03 – Dogma Dominate
04 – Murderer (Alpha)
05 – Murderer (Beta
06 – Hope And Veneration
07 – Längst Vergangenheit (Haujobb Remix)
08 – Close To You (The Eternal Afflict Remix)
09 – Dogma Dominate (!Disdain Remix)
10 – Close To You (Radio Version)
11 – The Place Above (Video Version)

Erscheinungsdatum: 01.08.2010

Sprache: Deutsch/Englisch

Ein gutes Jahr nach der Veröffentlichung des hochgelobten Debüts Side Scan legt das Ein-Mann-Projekt Lyronian des Österreichers Alexander Kern mit Hope and Veneration so etwas wie einen Nachfolger vor. Wie man den Silberling offiziell bezeichnen soll, darüber sind sich die Verantwortlichen scheinbar ein wenig uneins, wird er doch stellenweise Single, EP oder Mini-Album tituliert. Angesichts der Laufzeit von über 45 Minuten könnte allerdings auch schon fast von einem regulären Album die Rede sein.

Der Opener „Close To You“ quillt langsam und gemächlich aus den Boxen. Dennoch gelingt es dem Lied mühelos, sich in den Gehörgängen festzusetzen. Ob dies nun an der eingängigen Melodie oder der sehr angenehmen Stimme des Sängers liegt, lässt sich schwer festmachen. Hier ist, im besten Sinne des Wortes, ein zeitloses Stück Musik gelungen, dass durchaus noch in einigen Jahren hörbar sein wird. „Längst Vergangenheit“ dagegen fällt im direkten Vergleich etwas ab, zu beliebig muten die Beats an, auch die Stimme kommt hier nicht annähernd so gut zur Geltung, wie es ihr eigentlich gebührt. Sicherlich kein schlechtes Stück, aber gemessen an den anderen Tracks auf der CD kann es das Niveau nicht halten. Entschädigt wird der Hörer mit „Dogma Dominate“, das sich durchaus auch für den Tanzflächeneinsatz eignet. Die verzerrten Vocals werden hier von einem rein elektronischen Beat unterlegt, der sich geradezu zum Mitwippen anbietet. Das zweigeteilte „Murderer“ bringt neben Keyboard-Klängen auch wieder mehr Gitarren ins Spiel, was dem Song durchaus gut tut. Hier wechseln sich die langsamen mit den druckvollen Passagen gut ab und bauen so eine angenehme Spannung auf. Ganz untypisch präsentiert sich der Titeltrack. Hier wurde gänzlich auf den Einsatz der markanten Stimme verzichtet und ein Instrumentaltrack auf den Tonträger gebannt. Der spartanisch anmutenden, getragenen Melodie gelingt es tatsächlich während ihrer vier Minuten Laufzeit den Hörer zu fesseln und eignet sich hervorragend zum gepflegten Chillen. Nach diesem „offiziellen“ Teil der CD erwarten den Hörer noch vier Bonustracks. Hier handelt es sich um die Remixe von „Längst Vergangenheit“, „Dogma Dominate“ und zwei weitere Versionen von „Close To You“. Insgesamt sind die Tracks tanzbarer als die Originale, versehen mit zusätzlichen Beats und einem treibenden Rhythmus. Besonders im Fall von „Längst Vergangenheit“ profitiert das Lied von dem Remix, für den sich die Herren von Haujobb verantwortlich zeigen.
Als besonderer Schmankerl befindet sich zudem noch das Video zu „The Place Above“ vom Debüt-Album auf der CD. Das Prädikat „Künstlerisch wertvoll“ verdient sich der Clip zwar nicht, dafür bedient er sich zu vieler Klischees des Genres, doch ist er nett anzusehen und ergänzt das dazugehörige Musikstück recht gut.

Orientierte sich der Erstling von Lyronian doch schon sehr deutlich an großen Vorbildern aus den späten 80er und frühen 90er Jahren, so wird hier die Eigenständigkeit weiter in den Vordergrund gestellt. Fans des Retro-Sounds wird diese Entwicklung nur bedingt gefallen, aber das tut der Qualität der einzelnen Stücke glücklicherweise keinen Abbruch. Die Musik ist wieder eingängig, die ausdrucksstarke Stimme, die leider nicht immer voll zur Geltung kommt, und die glasklare Produktion tragen das ihre dazu bei, aus Hope And Veneration einen würdigen Nachfolger für „Side Scan“ und einen Vorgeschmack auf das hoffentlich bald erscheinenden neue Album zu geben.
Die Aufmachung im schicken Digipack ist für eine Single ausgesprochen aufwendig und kann sich durchaus sehen lassen. Das mit antiken griechischen Motiven verzierte Booklet beinhaltet die Texte der Lieder und die obligatorischen Credits. So ergibt sich ein musikalisches und optisches Stück Wertarbeit, das sich sehen und hören lassen kann.

Lyronian ist mit Hope And Veneration ein würdiger Nachfolger des Debüts gelungen und wir dürfen gespannt sein, ob dieses Niveau auch auf den kommenden Veröffentlichungen des Österreichers gehalten werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.