Joe Satriani – Shockwave Tour

12. November 2015 von Averan

Joe Satriani mit Dan Patlansky als Support

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Veranstaltungsdatum: 26.10.2015

Veranstaltungsort: Laeiszhalle Hamburg (Veranstalter: Karsten Jahnke) »

Hamburg ist eine wunderbare Stadt. Ich durfte für einige Jahre dort wohnen und habe in dieser Zeit so viel erlebt wie an kaum einem anderen Ort. Noch heute bin ich immer wieder gerne dort, mal um Freunde zu besuchen, oder wie kürzlich auf einem Konzert. In der Laeiszhalle gab sich Joe Satriani die Ehre und trat vor sitzendem Publikum mit Band und Support auf. Hat es uns gefallen? Aber sicher! Und warum? Darum:

Neuentdeckung: Dan Patlansky

Noch nie haben wir etwas von Dan Patlansky gehört, das war vielleicht auch unser Glück, wenn wir wussten nicht, was uns bei ihm als Support-Act erwarten würde. Das Plakat im Vorraum hat allerdings verraten, dass auch er einer Gitarre Töne entlocken wird, bei der Pose auf den Bildern stellte sich nur die Frage: Welche? Seine Stratocaster hatte bereits einiges erlebt, sie sah ganz schön abgegriffen aus, was vermuten ließ, dass dieses gute Stück für den Musiker ein wertvolles Instrument war. Tatsächlich hatte er zu seiner Gitarre ein sehr außergewöhnliches und inniges Verhältnis.

Dan Patlansky Live Laeiszhalle Hamburg

Dan Patlansky Live
Laeiszhalle Hamburg

Er beanspruchte sie von Stück zu Stück etwas mehr, bis er mit dem letzten Song zum Höhepunkt kam. Und der konnte sich hören und sehen lassen! Noch nie habe ich jemanden so mit einer Gitarre umgehen sehen – der Inbegriff der musikalischen Leidenschaft. Sein aktuelles Album „Dear Silence Thieves“ befindet sich jetzt auch in der tonfanatischen Sammlung, sodass ich künftig auch zu Hause in den Genuss dieser Klänge kommen werde. Ganz unbekannt scheint der Blues-Gitarrist gar nicht zu sein, wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir nun auch zu denjenigen zählen, die ihn nicht nur gehört, sondern auch live gesehen haben. Sympathisch war auch die Besatzung seiner Band, insbesondere der Bassist, der entspannt jedes Stück begleitete, schafft es meine Aufmerksamkeit auch ohne Hampelei und große Posen auf sich zu ziehen.

Joe Satriani – Ein Meister an der Gitarre

Nach Dan Patlansky folgte eine kurze Pause, bevor der große Meister Joe Satriani mit seiner Band auf die Bühne kam. Er ging gleich in die Vollen, mit seinem gewohnten Lächeln und dem Kopfnicken zur Musik gleiteten seine Finger flink über die Saiten und es fiel oft nicht leicht dem Tempo mit den Augen zu folgen. Unglaublich, wie schnell und präzise er spielen kann und das ohne einen einzigen Fehler zu machen. Die ersten drei bis vier Songs war leider die Tonmischung nicht ganz so perfekt, weshalb die Band zu laut war und er selbst etwas unterging, aber dieser Fauxpas wurde schnell behoben, sodass das restliche Konzert ohne Einschränkungen ein Genuss war. Nach seinem Intro Shockwave Supernova von seinem gleichnamigen und aktuellen Album beinhaltete das Konzert eine schöne und ausgewogene Mischung aus alten Stücken wie „Flying in a blue dream“ oder „Crystal Planet“ und seiner neusten Veröffentlichung mit „On peregrine wings“ und „Crazy Joey“.

Joe Satriani mit Marco Minnemann am Schlagzeug

Joe Satriani mit Marco Minnemann am Schlagzeug

Begleitet wurden seine Stücke von Mike Keneally (Gitarre und Keyboard), Bryan Beller (Bass) und Marco Minnemann (Schlagzeug). Kurz vor Ende gewährte Joe Satriani ihnen auch ein Solo, so konnte auch Keneally zeigen, wie er gleichzeitig mit Links Gitarre und mit Rechts Klavier spielt und dass seine Technik sich ebenfalls zeigen lassen kann. Besonders aufgefallen ist aber Minnemann, der mit seinem Drumsolo wirklich beeindruckt hat. Der Deutsche war schon mehrfach mit Joe Satriani auf der Bühne und beherrscht sein Handwerk so gut wie kaum ein anderer. Sogar gut genug, um mit einem mehrminütigen Solo das Publikum zum Staunen und Jubeln zu bringen!

Bei der Zugabe gab es dann auch mit „Big Bad Moon“ das einzige Stück dieses Konzerts mit Gesang, bevor dieser großartige Abend mit „Surfing with the Alien“ nach knapp drei Stunden endete.

Die Erinnerungsstücke eines wunderbaren Abends: Konzertkarten von Joe Satriani und das aktuelle Album „Dear Silence Thieves“ von Dan Patlansky

Die Erinnerungsstücke eines wunderbaren Abends: Konzertkarten von Joe Satriani und das aktuelle Album „Dear Silence Thieves“ von Dan Patlansky

Insgesamt haben wir großartige Ausnahmekünstler auf der Bühne gesehen, mit einem sehr gemischten Publikum zwischen jugendlich und fortgeschrittenem Rentenalter. Und das in einem außergewöhnlichen Saal mit wunderbarem Klang und einer Nähe zu den Künstlern, wie sie in großen Hallen und Stadien schier unmöglich ist. Es war beeindruckend, motivierend und inspirierend. Dieser Abend wird mir noch sehr lange Zeit im Gedächtnis bleiben!

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