Folk’s Sake – Best Of Live

24. Oktober 2014 von Marcus Pohlmann

Folks Sake

Musiker:

Label: ,

Genre:

Laufzeit: 57 Minuten

Tracklist:
01 – Kerry Tunes
02 – Hills Of Connemara
03 – Johnny I Hardly Knew Ye
04 – Wraggle Taggle Gypsie
05 – If I Ever Leave
06 – Tell Me Ma
07 – Molly Malone
08 – Gravel Walks
09 – Star Of The County Down
10 – Selfish Man
11 – Foggy Dew
12 – Wild Rover
13 – Black Friday Rule
14 – Kilburn High Road
15 – Oak Tree
16 – Whiskey In The Jar

Erscheinungsdatum: 01.08.2014

Sprache: Englisch

Ich muss zugeben das, bevor ihr Album Best Of Live auf meinem Schreibtisch landete, ich noch nie etwas von der Berliner Irish-Folk-Band Folk’s Sake gehört hatte. Dies mag natürlich daran liegen, dass die Band bisher erst eine EP veröffentlicht hat und hauptsächlich in der Hauptstadt und deren Umland tourt. Umso gespannter war ich, als ich das Album, das von Prosodia/MSP-Music veröffentlicht wird, in den Player legte.

Den Anfang macht das Instrumental-Stück „Kerry Tunes“, das recht langsam anfängt und im weiteren Verlauf deutlich an Geschwindigkeit zunimmt. Hier bekommt der Hörer schon eine recht gute Vorstellung, was ihn in den nächsten rund 60 Minuten erwartet: Traditionelle irische Musik mit Geige, Gitarre, Percussion und ohne neumodische Spielereien. Bei der folgenden Schwarzbrenner-Ballade „Hills Of Connemara“ fällt zum ersten Mal der mehrstimmige Gesang des Quintetts auf. Teilweise singen die Bandmitglieder gemeinsam im Chor, teils strophenweise im Wechsel und geben dem Stück damit eine ganz eigene Note. Darauf folgt mit „Johnny I Hardly Knew Ye“ ein Stück, das schon in unzähligen Versionen eingespielt wurde. Erst langsam, nur von Geige und Percussion getragen nimmt das Stück beständig Fahrt auf und andere Instrumente stimmen ein. Zwar nicht die beste Version die ich bisher gehört habe, doch sehr mitreißend und einer meiner Favoriten auf dem Album. Bei „If I Ever Leave“ wird ausnahmsweise nicht das traditionelle irische Liedgut bemüht, sondern es handelt sich dabei um eine Cover-Version der US-amerikanischen Folk-Punk-Band Flogging Molly, die im weiteren Verlauf des Albums noch öfters zitiert wird. Dabei kommt die Version von Folk’s Sake etwas ruhiger und melodischer als das Original daher; sicherlich ungewohnt, aber ganz und gar nicht schlecht. Mit „Molly Malone“ verbinde ich einige traumatische Erinnerung, hat uns mein Englisch-Lehrer vor vielen Jahren doch immer mit diesem Stück im Unterricht gequält. Daher bin ich sicherlich alles andere als unvoreingenommen diesem Lied gegenüber, dennoch wirkt es auf mich mit den Geigen deutlich überladen und auch der mehrstimmige Gesang will mir hier so gar nicht gefallen. Viel besser gefällt mir dagegen das Instrumental „Gravel Works“, dass die Geschwindigkeit deutlich anzieht und die richtige Nummer zum Tanzen und Springen ist. Das folgende „Selfish Man“ steht dem Original in Sachen Geschwindigkeit in nichts nach, wobei diese Version deutlich melodischer ist und mit deutlich weniger druckvollem Schlagwerk auskommt. Für jede Irish-Folk-Band die etwas auf sich hält führt kein Weg an „Wild Rover“ vorbei, und so wagt sich auch das Berliner Quintett an das Stück. Sie liefern dabei eine recht solide Leistung ab, auch wenn ich die Vocals in Teilen vielleicht ein klein wenig überzogen finde. Danach folgen zwei weitere Cover-Versionen von Flogging Molly, „Black Friday Rule“ und „Kilburn High Road“ die zwar die Aggressivität der Originale vermissen lassen, mir aber tatsächlich besser gefallen. Dies liegt zum einen am deutlich klareren Gesang als auch am harmonischen Zusammenspiel der Instrumente, vor allem der Geigen. Zum Abschluss greift die Band mit „Whiskey In The Jar“ auf einen weiteren Klassiker zurück. Hier fällt vor allem die Whistle auf, die das Stück prägt und stellenweise alles andere in den Hintergrund drängt.

Ich halte es immer für eine recht undankbare Aufgabe, die Atmosphäre eines Live-Auftritts auf CD zu bannen, und es wird ungleich schwerer wenn der Hörer noch nie selbst ein Konzert der Band besucht hat. Auf dem Album von Folk’s Sake funktioniert dies jedoch ganz ordentlich, die Anmoderationen der Stücke sind unterhaltsam ohne dabei zu nerven und auch die Reaktionen des Publikums sind gut eingefangen. Der Sound ist, für ein Live-Album, sehr gut, wurde im Studio aber nicht übermäßig aufpoliert und behält damit noch einen gewissen Charme. Eine interessante Besonderheit der Band ist der häufig mehrstimmige Gesang, der den Stücken eine neue Facette gibt, und bis auf wenige Ausnahmen, sehr gut harmoniert. Grade bei den häufig gespielten Standards wie „Wild Rover“ oder „Star Of The County Down“ hat der Hörer viele Vergleichsmöglichkeiten und die fünfköpfige Band braucht sich mit ihrer Performance durchaus nicht zu verstecken.
Dem Digi-Pack liegt noch ein kleines Booklet bei, dass neben Fotos der Bandmitglieder auch noch die Texte der meisten Stücke enthält. Für mich etwas unverständlich fehlen jedoch die Quellenangaben und Infos zur Band, sowie ein Hinweis wann und wo dieses Album aufgenommen wurde, grade bei einer Live-CD keine unwichtige Angabe.

Der Hörer bekommt mit dem Best Of Live-Album der Berliner Band im besten Sinne des Wortes traditionelles Liedgut ohne neumodische Spielereien geboten.

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