Cobblestones – Live On Tour – Vol. I

29. Juli 2014 von Marcus Pohlmann

Cobblestones

Musiker:

Label: ,

Genre:

Laufzeit: 68 Minuten

Tracklist:
01 – Mary Mack
02 – As I Roved Out
03 – Cod Liver Oil
04 – Ye Jacobites By Name
05 – Leaving Of Liverpool
06 – Donalds Trousers
07 – Work Upon The Railway
08 – I Like To Move It
09 – Botany Bay
10 – Gypsy Rover
11 – Donegal Danny
12 – Dirty Old Town
13 – Hills Of Connemara
4 – Celebrate
15 – Paddy Murphy
16 – I Tell My Ma
17 – Rolling Hills Of The Border

Erscheinungsdatum: 29.07.2014

Sprache: Englisch

Die Verbreitung des traditionellen irischen und schottischen Liedguts hat sich das Berliner Quartett Cobblestones zur Aufgabe gemacht. Nach gut 13 Jahren Bandbestehen und drei Studio-Alben gibt die Band nun mit Live On Tour – Vol. I dem Hörer einige Impressionen von ihren zahlreichen Konzerten. Veröffentlicht wird der Silberling mit seinen 17 Tracks über Prosodia/MSP-Music.

Nach einer kurzen, knappen Anmoderation legt die Band schon gleich mit dem ersten Stück „Mary Mack“ ein beachtliches Tempo vor. Die Musik übernimmt hier eine eher unterstützende Rolle, während der vierstimmige Gesang eindeutig im Vordergrund steht und es verwunderlich ist, dass sich die Musiker nicht bei der enormen Sing-Geschwindigkeit verhaspeln. Für mich ein toller Einstieg in das Album und auch nach mehrmaligem Hören wohl mein Lieblingsstück. Ein klein wenig ruhiger, aber immer noch extrem tanz- und hüpfbar präsentiert sich das folgende „As I Roved Out“. Das Stück gehört zwar bei vielen Irish-Folk-Bands zum Repertoire doch diese Version dürfte durchaus die schwungvollste sein, die ich kenne. Akkordeon, Gitarre und Mandoline tragen das Stück, ergänzt von ein wenig Schlagwerk und natürlich den Vocals. Auch die folgenden Tracks sind altbekannte Stücke, unterscheiden sich aber von den Interpretationen anderer Künstler teils deutlich durch die schnell gespielten Gitarren/Mandolinen, den eindringlichen Rhythmus und, wahrscheinlich am Auffälligsten, den Gesang der vier Musiker. Das achte Stück auf dem Album sticht dagegen wieder deutlich heraus, hat es seine Wurzeln doch nicht wirklich in der irisch-schottischen Volksmusik sondern ist eine sehr eigenwillige Interpretation des House-/Dance-Stücks „I Like To Move It“, ergänzt um einige andere Versatzstücke. Eine sehr spaßige und schnelle Version, die der Tanzbarkeit des Originals eigentlich in nichts nachsteht. Dominiert wird das Stück deutlich vom Akkordeon, wobei auch der Kamm einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wesentlich traditioneller und mit einem sehr markanten Mandolinen-Part und stampfenden Rhythmus präsentiert sich „Botany Bay“, das von der Ansiedlung der britischen Strafgefangenen in Australien erzählt. Mit dem zwölften Stück, „Dirty Old Town“, setzt die Band einen Ruhepunkt auf diesem Live-Album. Mit prägnanten Mungharmonika-Klängen, dem leicht schrägen Gesang und dem extrem entschleunigten Rhythmus erinnert der Track eher an US-amerikanische Country-Musik und wäre für mich eigentlich das passende Rausschmeisser-Stück für das Album gewesen. Deutlich mehr Schwung entwickelt dagegen wieder die Schwarzbrenner-Ballade „Hills Of Connemara“, bei dem diesmal hauptsächlich die Gitarren für die musikalische Untermalung sorgen. Auch bei den folgenden Stücken, durchweg traditionelle irische Standards, ist das Tempo hoch und damit das Tanz- und Feierpotential entsprechend vorhanden. Lediglich der letzte und längste Track der CD, „Rolling Hills Of The Border“ fällt noch einmal aus dem Rahmen. Vor allem die Tin Whistle bleibt dem Hörer bei diesem langsamen und melancholischen Stück im Gedächtnis, während die Vocals ungewöhnlich brüchig und spröde wirken.

Obwohl das Album fast ausschließlich aus vielfach gehörten Standards besteht, gelingt es den Cobblestones durch ihren auffälligen, zumeist mehrstimmigen, Gesang und die sehr schwungvolle Spielweise den Stücken ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Die Band liefert mit Live On Tour – Vol. I einen hervorragenden Soundtrack für die nächste Party oder eine durchzechte Nacht im örtlichen Pub ab, wobei die Musik grade durch den Einsatz der traditionellen Instrumente angenehm urig wirkt.
Die Produktion ist für ein Live-Album recht klar und sauber und die Instrumente kommen alle gut zur Geltung, allerdings hören sich die Vocals bei einigen Stücken für mich etwas dumpf an. Das tut der Stimmung auf der CD jedoch keinen Abbruch, und sowohl das Live-Publikum als auch die Band hatten wohl bei den Aufnahmen ihren Spaß. Das Digi-Pack kommt zusammen mit einem kleinen Booklet mit einige Konzert-Fotos und den obligatorischen Danksagungen.

Wer eine Schwäche für traditionelle, handgemachte Folkmusik hat, kann beim ersten Live-Album der Cobblestones eigentlich bedenkenlos zugreifen.

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