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Unter dem Begriff „Pop Art“ versteht man eine Sammelbezeichnung für das künstlerische Schaffen mit einem bestimmten Hintergrund der 1960er Jahre. Einerseits ging man im Fortschrittsoptimismus dieser Zeit auf, andererseits auch im mit der Entwicklung verbundenen Pessimismus. Neue Techniken werden durch den Fortschritt zur Verfügung gestellt, dies hat aber auch eine Kommerzialisierung zur Folge, unter anderem bedingt durch den Massencharakter der Medien und der Kunst. In der „Pop Art“ wird das Leben der 1960er Jahre aufgegriffen, sicherlich einer der stärksten Ausdrücke kapitalistisch-industrieller Entwicklung. Dies wird beispielsweise deutlich wenn man sieht, dass Werbung in den Werken der „Pop Art“ reflektiert wird. Zugleich ist die „Pop Art“ ein sehr westliche Kulturform, initiiert in den USA hatte sie ihre ersten Zentren in New York, aber auch in London. Aspekte des kulturellen Lebens dieser Zivilisationen haben Niederschlag in die „Pop Art“ gefunden, was man etwa in den typischen Comicelementen sehen kann, die fast schon charakteristisch sind. Tilman Osterwold führt in einem ersten Kapitel in die „Pop Art“ ein, beschreibt, was diese ausmacht und legt dar, dass sie keine bestimmte Kunstrichtung ist, sondern ein Konglomerat künstlerischer Phänomene. Dies sind vier Seiten die nur Text enthalten, im weiteren Verlauf des Buchs wird der Text durchweg von Illustrationen unterbrochen. So etwa auch im nächsten Kapitel, in dem über die Themen der „Pop Art“ gesprochen wird. Auf dreißig Seiten wird dieses Thema behandelt, erst etwas allgemeiner, wenn man etwa erfährt, dass sowohl die positiven als auch die negativen Seiten der Verbrauchskultur, der Massenmedien und des technologischen Jubels aufgegriffen werden. Doch bald schon wird dazu übergegangen spezifischer auf einzelne Künstler einzugehen und deren Themen zu behandeln. Es gibt weitere sechs Kapitel die sich mit der „Pop Art“ im Allgemeinen befassen bevor dann auf einzelne Künstler eingegangen wird. So gibt es ein Kapitel welches die Massenmedien thematisiert und deren Bedeutung für die „Pop Art“. Mit den Stilen der „Pop Art“ wird sich danach befasst unter den Oberbegriffen „Subjektivismus“ und „Objektivismus“. Einleitend beschreibt Osterwold etwa, wie die „Pop Art“ die Vereinzelung künstlerisch aufgreift und wie Anonymität thematisiert wird. Wiederum werden beispielhaft Werke einzelner Künstler aufgegriffen, diskutiert und exemplarisch an ihnen beschrieben, wie die Künstler der „Pop Art“ stilistisch agieren. In drei Kapiteln wird sich einerseits mit der „Pop Art“ in England, ihrer Ausprägung in den „USA“ und schließlich den europäischen Aspekten der „Pop Art“ befasst. Die Wurzeln dieses künstlerischen Phänomens liegen jeweils in anderen Dingen begründet, dies führte auch dazu, dass thematisch andere Aspekte aufgegriffen wurden und dies zu anderen künstlerischen Reflexen führte. Wie sich rückblickend die Quellen der „Pop Art“ abzeichnen, wird im letzten Kapitel behandelt, bevor schließlich auf einzelne Künstler eingegangen wird. Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Peter Blake, Richard Hamilton und David Hockney sind jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Biographische Informationen sind allesamt nachgeordnet, in einem Anhang, während es in den Kapiteln über die Künstler weniger um ihren Werdegang geht, als um ihre Kunst. Das künstlerische Schaffen, sowohl im Bezug auf die Thematik, als auch im Bezug auf die Umsetzung, wird behandelt, dies immer versehen mit zahlreichen Illustrationen, die Einblick in das Werk des jeweiligen Künstlers bieten. Der vorliegende Band gibt einen umfassenden Einblick in die „Pop Art“. Die zahlreichen im Buch abgedruckten Illustrationen lassen die „Pop Art“ in großer Bandbreite erkennen. Die Abdrucke sind qualitativ sehr gut und auch liegen in einer adäquaten Größe vor. Man kann sehr gut erkennen, dass der Fokus auf der Kunst liegt, dies spiegelt sich darin wieder, dass einzelne Bilder eine ganze Seite des Buches einnehmen und somit gut zur Geltung kommen. Sie sind nicht mit mehreren anderen Bildern klein auf einer Seite zusammengedrückt. Der umfassende Text bietet zahlreiche Informationen zur „Pop Art“, einzelnen Werken und Künstlern. Man bekommt somit nicht nur einen optischen Eindruck von der „Pop Art“, sondern auch einen kompetenten Kommentar. Insgesamt versteht es das Buch zu überzeugen, mittels eines klaren Aufbaus, qualitativ hochwertiger und sehr zahlreicher Illustrationen und erläuternden und verständlichen Text. Eine sehr umfassende und klare Abhandlung über die „Pop Art“, sowohl für Kunstkenner als auch Laien geeignet.
Gesamt:
Anspruch:
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Autor:
Osterwold, Tilman
Verlag:
Taschen
Erschienen:
01.07.2007
Kritiker:
Jens Fleischhauer
Sprache:
Deutsch.
ISBN oderProduktID:
9783822837535
Seiten:
240
Preis:
9,99 €
Typ:
Hardcover
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