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Cthulhu und Wahnsinn liegen naturgemäß sehr eng beieinander. Aber nirgendwo ist der Irrsinn so greifbar nahe, wie in einem Sanatorium und genau von einem solchen handelt das neueste Abenteuer für Wolfgang Hohlbeins „Hexer von Salem“. Dieser Ausflug in die Welt des Un- und Übernatürlichen wurde von Andreas Melhorn gestaltet und wie bei jedem Abenteuer mit einer Kurzgeschichte von Hohlbein und seinem erfahrenen Co-Autor Dieter Winkler versehen. Der Name: „Tage des Mondes“. Ha, endlich wieder etwas für Mondsüchtige!
Während Robert Craven, der Hexer selbst, seinen Sohn um die Welt verfolgt um ihn vor unaussprechlichen Gefahren zu schützen, schafft er es dabei selbst in eine Falle zu laufen, die ihm die Großen stellen. Dabei erfährt er, wo es mit seinem Sohn Richard zu Ende gehen soll... etwas, was mehr Angst in ihm weckt, als die um sein eigenes Leben. Doch unabhängig davon erleben die Charaktere ein völlig anderes Abenteuer. In der Baltimore-Klinik, einer kleinen Anstalt in einem ebenso kleinen englischen Dorf, passieren immer bizarrere Vorfälle. Irgendjemand oder irgendetwas verändert die Realität. Ein Mann tötet sich selbst, eine Frau trennt sich von ihrer Lebensfreude, welche die Gestalt eines Affen annimmt. Als sich dramatische Ereignisse überschlagen wird klar, hinter dem ganzen steckt ein kriminelles Superhirn, das sich auch Wissen über den Cthulhu-Mythos angeeignet hat. Somit liegt vor den Abenteurern eine schwierige Aufgabe, die sie in die Tiefen des Wahnsinns führt. Hoffentlich sind sie in der Lage, je wieder aufzutauchen.
Obwohl „Tage des Mondes“ nicht viele Orte benötigt, hat die Handlung viele Facetten. Die Alpträume der Spieler werden gegen sie selbst eingesetzt und machen ihnen mindestens genauso zu schaffen, wie der Schurke, dem man hinterher jagt. Dabei ist es wieder einmal gelungen eine Menge Pulp und starker Gegner aufzubieten. Doch trotz allen Pulps ist es nicht so einfach, alle Gefahren zu überstehen. Doch mit ein wenig positiver Zuwendung von Seiten des Spielleiters sollte es möglich sein, die Verluste an Charakteren in Grenzen zu halten. Weiters kann man das Abenteuer gleichzeitig stimmungsvoll, gruselig und episch gestalten, ohne dabei ins lächerliche abdriften zu müssen. Etwas, was auch nicht immer gelingen kann. Die Kurzgeschichte, mit der das Werk beginnt, lässt im Vergleich zu den Vorgängern qualitativ allerdings etwas nach. Nunja, vielleicht hatten Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler zu viel mit anderen Projekten zu tun. Trotz dieses kleinen Mankos reiht sich auch der aktuelle Band nahtlos in die Reihe der „Hexer von Salem“ - Abenteuer ein. Sehr gut ausgearbeitet, viele kreative Ideen und einige Ansatzpunkte, an denen der einfallsreiche Spielleiter noch mehr aus der vorgegebenen Handlung herausholen kann. Sehr erfreulich.
„Tage des Mondes“ von Andreas Melhorn ist ein hervorragend ausgearbeitetes Abenteuer, das eher von seiner Stimmung als großen Weltreisen lebt. Die Spieler werden mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert und müssen diese mindestens genauso ambitioniert bekämpfen, wie ihren düsteren Gegenspieler. Durch diese Eigenschaften, gepaart mit dem niedrigen Anschaffungspreis, kann man es jedem „Hexer von Salem“-Spielleiter bedenkenlos empfehlen.
Gesamt:
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Serie:
Der Hexer von Salem
Autor:
Melhorn, Andreas
Verlag:
Pegasus Press
Erschienen:
01.06.2007
Kritiker:
Stefan Haag
ISBN oderProduktID:
9783937826769
Seiten:
42
Preis:
9,95 €
Typ:
Abenteuerband
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