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Eragon – Der Auftrag des Ältesten (Kritik)


Rezension von Valentino Dunkenberger

Autor: Paolini, Christopher


Aus der Reihe "Drachenreiter-Trilogie"

Als Christopher Paolinis im Alter von fünfzehn Jahren geschriebenes Erstlingswerk „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ keinen Verleger fand, beschlossen seine Eltern, das Buch im Eigenverlag erscheinen und auf Anfrage drucken zu lassen. Auf einer der zahlreichen selbstorganisierten Lesungen fiel die Geschichte durch einen glücklichen Zufall dem Stiefsohn des Schriftstellers Carl Hiaasen in die Hände, welcher von der Geschichte Christopher Paolinis – der mittlerweile fast neunzehn Jahre alt war – so begeistert war, dass Carl Hiaasen beschloss, das Buch seinem Verleger beim renommierten Alfred A. Knopf-Verlag zu empfehlen – und löste damit die bis heute nicht endende Erfolgsgeschichte des mittlerweile einundzwanzigjährigen Schriftstellers aus. Nun ist im Oktober 2005 beim cbj-Verlag der zweite Band der „Drachenreiter-Trilogie“ auf Deutsch erschienen, welcher den Titel „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ trägt.

Die Schlacht unter Farthen Dûr scheint gewonnen. Erfolgreichen haben die Varden und Zwerge die Urgals in die weiten Tunnel unter dem Berg zurückgetrieben und setzen nun den letzten Fliehenden nach. Doch plötzlich taucht ein versprengter Urgal-Trupp auf und schaffen es nicht nur Ajihad, den Anführer der Varden, zu töten, sondern auch Murtagh, einen Freund Eragons, und die zauberkräftigen Zwillinge zu entführen und anschließend zu entkommen. Zwar setzt Arya, die Elfe, den Ungeheuern nach, doch verliert sie deren Spur an einem Abgrund in dem verzweigten Tunnelnetz unter Tronjheim. Nun muss Eragon schlaues Handeln beweisen, denn im Sterben liegend hat Ajihad ihm das Versprechen abgenommen, über die Varden zu wachen, und der Ältestenrat der Varden scheint nun den Tod Ajihads nutzen zu wollen, um seine eigene Macht zu stärken und setzt deshalb Ajihads Tochter Nasuada als Nachfolgerin ihres Vaters ein, da sie augenscheinlich leicht zu beeinflussen ist. Doch der Rat täuscht sich in Nasuada – denn das Mädchen weiß um die Machtgier der Ältesten und lässt sich bei weitem nicht so leicht lenken, wie diese es gehofft hatten. Noch bevor Eragon mit Arya und Orik nach Ellesméra, der Heimstatt der Elfen, aufbricht, schwört leistet er gegenüber Nasuada einen Treueschwur und wird vom Zwergenkönig Hrothgar in seinen Clan aufgenommen. Und auch den Elfen bekundet der junge Drachenreiter Treue und steht somit im Zentrum der Machtkämpfe dreier Völker. Die Reise in das Reich der Elfen verläuft weitestgehend ereignislos, doch Eragon beginnt sich sehr zu der hübschen Elfe Arya hingezogen zu fühlen. Angekommen in Ellesméra erwarten Eragon und Saphira zunächst einige Überraschungen; nicht nur Aryas Herkunft beeindruckt sie, auch Eragons künftiger Lehrmeister, der bereits während des Kampfes mit dem Schatten unter Tronjheim zu ihm gesprochen hat, entpuppt sich als gewaltige Überraschung für den jungen Drachenreiter. So beginnt also Eragons Lehrzeit bei den Elfen, die ihn auf den endgültigen Kampf gegen den grausamen König Galbatorix vorbereiten soll.
Gleichzeitig müssen die Bewohner des Dorfes Carvahall, aus welchem Eragon stammt, unglaubliche Qualen leiden. Denn nachdem Eragons Cousin Roran nach dem Tod seines Vaters Garrow, der Eragons Ziehvater war, nach Carvahall zurückgekehrt ist, tauchen in dem kleinen Dorf die Ra’zac auf – grausame Diener Galbatorix’. Gemeinsam mit einigen Soldaten beginnen die Ra’zac Carvalhall zu belagern und schaffen es schließlich, Rorans Verlobte zu entführen. Wird Roran seine Geliebte aus den Klauen der Ra’zac retten können? An zwei verschiedenen Orten beginnen Roran und Eragon, sich gegen die Schreckensherrschaft Galbatorix’ aufzulehnen – ein harter Kampf beginnt...

Über ein Jahr liegt es mittlerweile zurück, dass mit „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ der erste Band der „Drachenreiter-Trilogie“ auf dem deutschen Buchmarkt erschienen ist. Eine lange Zeit, in der es vor allem auch im Genre der Fantasy unüberschaubare Bewegungen gab – daher ist es für den Leser eine wirkliche Erleichterung, zu Beginn von „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ einen kurzen, fünfseitigen Rückblick auf das erste Abenteuer um den jungen Drachenreiter Eragon und seinen Drachen Saphira zu bekommen, der den groben Handlungsverlauf des ersten Buches wiedergibt. Dennoch braucht der Leser zu Beginn des zweiten Bandes der Trilogie, der im Original den Titel „Eldest“ trägt, einige Seiten, um sich wieder in der fremdartigen Welt Alagaësia zurechtzufinden und in die Abenteuer Eragons hineinzufinden.
Nach einem somit etwas überwältigenden Einstieg in den „Auftrag des Ältesten“, der zudem direkt an die Ereignisse aus „Das Vermächtnis der Drachenreiter“ anschließt und den Leser zu Beginn direkt in die Handlung hineinkatapultiert, wird die Handlung im Folgenden wieder etwas seichter – nach dem Sieg gegen die Urgals in Farthen Dûr und dem Tod Ajihads, des Anführers der Varden, scheint Christopher Paolini nun erst einmal wieder Luft holen zu müssen und lässt seine Erzählung sich sanft und ruhig dahinschlängeln, bevor er seinen Helden in weitere Abenteuer und Erlebnisse schickt und seine Geschichte wieder an Tempo und Spannung gewinnt. Dieses Tempo kann der junge Autor dann jedoch bis zum Schluss dieses zweiten Bandes durchhalten, bindet seinen Leser atemlos an die Lektüre, lässt ihm zwischendurch durch einige ruhigere Stellen (zum Beispiel während Eragons Ausbildung bei den Elfen) aber auch die Möglichkeit wieder durchzuatmen und das bisher Geschehene reflektierend zu überdenken.
Trotz verschiedener Handlungsstränge, die meist parallel zueinander laufen, sich aber auch gegen Ende des Bandes schneiden, bleibt „Der Auftrag des Ältesten“ eine sehr übersichtliche und klar gegliederte Geschichte, die sich unkompliziert und flüssig lesen lässt. Dabei ist Christopher Paolinis Schreibstil, der sich durch zahlreiche sprachlich wunderschöne Bilder auszeichnet und der sich sowohl poetischer wie auch sehr einfacher Wörter bedient, um der Geschichte ihre tiefgehende, sehr stimmige Atmosphäre zu verleihen. Kurze Kapitel tragen zudem dazu bei, dass die Erzählung um Eragon und seinen Drachen rasch und abwechslungsreich vorbeizuziehen scheint und sich der Leser dem Lesefluss kaum mehr entziehen kann. Dieses Gefühl wird durch einige Wendungen, die der Autor in seine Geschichte einbaut und die nicht nur ihren Helden überraschen, sondern auch den Leser das eine oder andere Mal vor Überraschung stocken lassen, nur noch verstärkt.
Da Christopher Paolini für seine Drachenreiter-Trilogie verschiedene Sprachen entwickelt hat und diese auch stimmig in die Geschichte einzubauen weiß, findet sich zum Abschluss des Bandes einen Anhang, in welchem nicht nur die Aussprache der verschiedenen Namen und Bezeichnungen, die während der Geschichte auftauchen, erklärt werden, sondern auch eine Auflistung verschiedener Ausdrücke und Wörter aus den Sprachen der Elfen, Zwerge oder Urgals sowie deren Übersetzung. Dies ist eine zusätzliche Ergänzung zur eigentlichen Geschichte, die aber nicht unbedingt notwendig ist, da sich die Bedeutung der fremdartigen Worte meist aus dem Zusammenhang der Erzählung ergeben.
Wie bereits seinen ersten Band lässt Christopher Paolini den „Auftrag des Ältesten“ mit einem Cliffhanger mitten in der Geschichte enden. So bleibt dem geneigten Leser nun nur noch eines: den dritten und letzten Band der Drachenreiter-Trilogie mit Spannung zu erwarten.

Fazit:
Erneut erzählt Christopher Paolini seine Geschichte mit bezaubernden und zugleich spannenden Worten und entführt seinen Leser zum zweiten Mal in das fantastische Land Alagaësia. Atemlos schickt der Autor seine Helden von einem Abenteuer in das nächste, gönnt ihnen zwischendurch aber auch ruhigere Phasen. Auch die Gestaltung des 800-Seiten-Schmökers weiß wiederholt zu gefallen.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

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Verlag:
cbj

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Infos:

Serie:

Drachenreiter-Trilogie

Autor:

Paolini, Christopher

Verlag:

cbj

Erschienen:

01.10.2005

Kritiker:

Valentino Dunkenberger

ISBN oder
ProduktID:

3570128040

Seiten:

795

Preis:

19,90 €

Typ:

Hardcover

 

Paolini, Christopher

Christopher Paolini wohnt mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester in Paradise Valley, Montana. Er besuchte nie eine öffentliche Schule, sondern wurde von seiner Mutter zu Hause unterrichtet.
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