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Offenbarung (Kritik)


Rezension von Stefan Haag

Autor: Reynolds, Alastair


Aus der Reihe "Relevation Space - Zyklus"

Alastair Reynolds - Offenbarung

Eine ferne Zukunft: Die menschliche Zivilisation befindet sich in einem verzweifelten Kampf gegen die „Unterdrücker“, schier allmächtige Maschinenwesen. Da dem Waffenarsenal dieser Wesen nichts entgegenzusetzen ist, droht der Menschheit nun die völlige Auslöschung. Nur eine kleine Gruppe aus Menschen und Synthetikern könnten einen Weg gefunden haben die Ausrottung zu vermeiden. Denn Haldora -ein rätselhafter Planet, der das Tor in ein anderes Universum sein könnte - birgt ein allerletzte Hoffnung, dieses Schicksal abzuwenden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


Viele Wege führen zu Space Operas, doch nur lange Wegstrecken des Lesens führen zum jeweils letzten Band der ausgewählten Serie. Alastair Reynolds Relevation Space - Zyklus findet nun mit Offenbarung (engl. Absolution Gap) seinen Abschluss. Was können Leser erwarten, die sich bis dato die gesamte Reihe zu Gemüte geführt haben?

Um diese Frage zu beantworten muss man sich ins Gedächtnis rufen, wie sich die bisherigen Romane der Serie präsentiert haben. Denn weder deren Aufbau noch deren Schauplätze waren in irgendeiner Form ähnlich. Während Unendlichkeit (eng. Relevation Space) die Schicksale eines Wissenschaftlers und einer Profikillerin beherbergte, die sich irgendwann verknüpften… um dann gemeinsam eine Gefahr für das ganze Universum heraufzubeschwören, stellte die Arche (engl. Redemption Ark) bereits den Beginn eines gewaltigen galaktischen Konflikts dar.
Chasm City und Träume von Unendlichkeit (engl. Diamond Dogs, Turquoise Days), als Einzelroman, beziehungsweise Doppelroman im gleichen Universum angesiedelt, sind ebenfalls völlig anders aufgebaut. Chasm City stellt eine Mischung aus einem gruseligen galaktischen Märchen und einer Vendetta dar, erst gegen Ende wird klar, dass es tatsächlich um Dinge von weitaus größerer Bedeutung geht, und dass Ereignisse, auch wenn sie Jahrhunderte auseinander liegen, doch enger zusammenhängen können als erwartet.
Die beiden Kurzromane aus Träume von Unendlichkeit sind im Gegensatz dazu nur Momentaufnahmen eines vielschichtigen Universums.

Diese Zusammenfassung soll dem Leser also folgendes mitteilen: Er sollte sich nicht zu sicher sein zu wissen was ihn erwartet. Denn in Offenbarung sieht Alastair Reynolds es durchaus nicht als Problem, sich bereits etablierter Charaktere mit beinahe chirurgischer Präzision zu entledigen. Neue Akteure betreten den Plan und sehen sich großen Aufgaben und ebensogroßen Gefahren gegenüber. Während der greise Nevil Clavain und die Synthetikerin Skade ein letztes Mal aufeinander treffen, das Schiff „Sehnsucht nach Unendlichkeit“ langsam wieder erwacht und die bösartigen „Unterdrücker“ (Maschinenwesen, welche das Ausbreiten der Menschheit in der Galaxis verhindern wollen) sich bereits im offenen Krieg mit der Menschheit befinden, führt ein scheinbar nicht zugehöriger Handlungsstrang, der sich um den geheimnisvollen Gasriesen Haldora dreht, direkt zum Ende der Geschichte.
Schade daran ist, dass Alastair Reynolds viele der in den vorhergehenden Bänden aufgeworfenen Fragen nicht zu beantworten weiß, oder sie einfach nicht beantworten will. Bei einer Saga, die mit einer schier unendlichen Erzähltiefe begann, und sich mit anderen Werken verknüpft, die sich über Epochen ziehen (siehe Chasm City) hätte man sich vom Abschluss derselben doch etwas mehr erwartet. Das Abdriften in ein Ende, das eher von philosophischer Gerechtigkeit als von Logik zeugt, wird sicher nicht jedem Leser gefallen. Manche Fans von Reynolds werden sich teilweise auch nicht des Verdachts erwehren können, dass er die den Relevation Space-Zyklus offensichtlich auf den letzten 50 Seiten um jeden Preis beenden wollte.

Fazit:
Somit bleibt - leider - nach einem der vielversprechendsten Debütromanen eines Jungautors in den letzten Jahren nur ein mittelmäßiger Aberschluss seiner ersten Serie. Handwerklich ist der Roman trotz allem gut gelungen, kann aber im Vergleich mit seinen Vorgängern nicht bestehen.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

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Infos:

Serie:

Relevation Space - Zyklus

Autor:

Reynolds, Alastair

Verlag:

Heyne

Erschienen:

01.10.2005

Kritiker:

Stefan Haag

ISBN oder
ProduktID:

3-453-52055-6

Seiten:

943

Preis:

14 €

Typ:

Taschenbuch

 

Reynolds, Alastair

Alastair Reynolds ist ein Science-Fiction Autor aus den Niederlanden. Er wurde 1966 in Wales geboren. Seit 1991 lebt er in Holland. Zwölf Jahre seines Lebens hat er als Wissenschaftler bei der ESA, der European Space Agency, verbracht. Die Hälfte der Zeit arbeitete an der S-Cam, der Welt bester optischer Camera [mehr]




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