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Schattenspiele (Kritik)


Rezension von Stratos

Autor: Schmidt, Michael


Aus der Reihe "Saramee"

Nachdem Band 3 und 4 der Saramee-Reihe die Grundidee der Serie – eine neue Fantasy-Metropole mit Leben zu füllen – eher umgingen als vertieften, obliegt es nun dem fünften Autor, Michael Schmidt, den Blick der Leser wieder auf Saramee selbst zu richten. Dies gelingt ihm mit dem "Kurzroman" vorzüglich; denn erstens greift Schmidt mehrere Handlungsfäden auf, die im bisher besten Saramee-Roman "Nachtleben" von Martin Hoyer geknüpft wurden, und zweitens erfährt man endlich näheres über die Stadt, die mir als Rezensenten auch nach vier Folgen immer noch fremd blieb.
Zur Handlung: Der Knabe Naarson findet in einer Katakombe unter Saramee einen seltsamen Stein, der ihn in den Bann zieht. Fortan ist er großen Gefahren ausgesetzt: die Schattengilde – eine Gruppe von Dieben, Meuchlern und Gesetzesbrechern – setzt alles daran, das Fundstück an sich zu bringen, denn dieses soll angeblich zusammen mit zwei weiteren magischen Gegenständen, einem Ring und einer Münze, große Macht gewähren. Besagter Ring steckt noch immer am Finger der Kaufmannstochter Amata (siehe Band 2), während die Münze von einem seltsamen Fremden durch das magische Portal Saramees geschmuggelt wird. Die Schlinge um Naarsons Hals zieht sich immer enger, und im Geheimen spinnt der geheimnisvolle Anführer der Schattengilde seine Intrigen …
Michael Schmidts Roman nutzt die Stadt Saramee nicht nur als Aufhänger, sondern als tatsächlichen Handlungsort – und schmückt das bisher im Nebel gebliebene Stadtbild mit bunten Farben aus. Das magische Portal, die Schaukämpfe in der "Nassen Feder", wirre Straßenprediger an allen Ecken: Saramee erwacht unter Schmidts Feder endlich zum Leben. Stilistisch sauber (bis auf wenige Ausnahmen, die ein etwas aufmerksameres Lektorat hätte ausbügeln können) und vor allem überzeugend schildert der Autor die Abenteuer seiner Helden; das Aufgreifen alter Plotlinien gelingt dabei spielend. Besonders erfreulich ist das Wiedersehen mit Amata und Irrid (Bd. 2). Die Jagd auf die drei magischen Gegenstände ist spannend inszeniert, auch wenn die finale Auflösung Fragen offenläßt.
Dennoch muß Schmidt sich vorwerfen lassen, zu ambitioniert an die Geschichte herangegangen zu sein: mit 66 Seiten ist der Roman einfach zu kurz, um die zahlreichen Handlungsstränge zu entwickeln. Gerade am Anfang läßt er zu viele Personen auftreten, die aufgrund der beschränkten Seitenzahl zu wenig Spielraum haben. Das ist schade, denn Figuren wie Nachtschatten, Arun Beran, Ant, Borschard und (sehr gelungen!) Rigun sind gut durchdachte Charaktere. So verschenkt Schmidt sie, und der Verdacht bleibt, daß er mehr der längeren Form zuneigt – sein Talent zu einer komplexen Handlungsführung prädestiniert ihn auf jeden Fall für einen längeren Roman.
Dennoch: Eine waschechte Abenteuergeschichte, die als würdiger Nachfolger von "Nachtleben" bestehen kann. Michael Schmidt bringt die Serie mit "Schattenspiele" wieder in schnelleres Fahrwasser und legt die Latte für den abschließenden Band 6 höher.
Mehr zu Saramee: hier


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Infos:

Serie:

Saramee

Autor:

Schmidt, Michael

Verlag:

Atlantis

Erschienen:

01.05.2005

Kritiker:

Stratos

ISBN oder
ProduktID:

3-936742-55-3

Seiten:

70

Preis:

4,90 €

Typ:

Taschenbuch

 

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