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Roy & Al (Kritik)


Rezension von Schwertfang

Autor: König, Ralf

Ralf König gehört zu Deutschlands bekanntesten Comiczeichnern: ebenso wie Walter Moers und Brösel kann er auf zahlreiche Verfilmungen seiner Schützlinge zurückgreifen. Der auf Schwulcomics spezialisierte Zeichner lieferte sogar die Vorlage zu einem der größten Kassenschlager made in Germany: "Der bewegte Mann" erwies sich als erfolgreiche Realverfilmung des gleichnamigen Comics. Nun, nach kurzer Schaffenspause, fasst er in einem Band sämtliche für die Internetseite Gayroyal.de gezeichneten Strips rund um die beiden Maskottchen auf den Markt: nicht umsonst heißen die beiden Rüden Roy & Al - und sie sind mitnichten schwul.

König muss lange überlegt haben, wie er es anstellt, auch mal den schwulenhassenden Charakter, den Überhetero, in die Comics einzubauen, ohne jemanden zu nahe zu treten. Wie praktisch, das Ganze aus der Sicht des unbeteiligten Dritten zu schildern: Al ist ein weißer Zwerchfellterrier, dessen altes, ihn morgens bis abends verhätschelndes Frauchen gestorben ist und nun bei deren Sohn lebt. Sein Dosenöffner erweist sich als stockschwul, obendrein noch als passiv beim Sex und tut sein Bestes, um dem verwöhnten und mit Komplexen beladenen Al auf die Nerven zu gehen. Eines Tages schleppt Als Dosenöffner einen neuen Freund an - und dieser hat auch noch einen Hund: Roy ist dick, pummelig, aber tolerant mit dem, was sein Herrchen macht. Bei Al vermiest er es sich gleich, als er an dessen Hintern schnüffeln will und er das als Anmache versteht. Sehr zum Ärgernis wird aus den Herrchen ein Liebespaar - und damit wird Roy ein fester, aber ungebetener Gast in Als Haus. Fortan darf man in acht weiteren Episoden Als Leidensweg betrachten: die beste Freundin seines Herrchens hängt ihn aus Verzweiflung über die Veranda im neunten Stock, das Stöckchenholen muss er auch noch lernen, eine endlose Sexorgie ihrer Leinenschwinger bringt beide dazu, ihre Stubenreinheit zu vergessen - und die Chance seines Lebens, mit einer Hündin der gleichen Art Nachkommen zu zeugen, verbaselt er aufgrund mangelnden Stehvermögens, aber wie gut, dass Roy auch noch da ist. Kurzum - dem fiesen Homohasser werden schnell die eigenen Grenzen aufgezeigt.

Neben den urkomischen, aus dem Leben gegriffenen Szenen eines Schwulen gibt es auch bitterböse Seitenhiebe in Richtung der Hundezüchter und -freunde: Roy macht sich lustig über Als Faible für Hitlers Schäferhündin Blondi und der Umstand, dass der Führer genau seine Rasse als Handfeger bezeichnet - und natürlich ist die Besitzerin der Zwerchfellterrierhündin nicht gerade davon begeistert, dass der dicke Roy über sie drübersteigt. Roy allerdings bekommt die komischen Auswüchse der Schwulen am eigenen Leib zu spüren: mal wird er beschuldigt, eine für Schwule heilige Reliquie verschluckt zu haben, ein anderes Mal wird er von einem verrückten Tuntenpärchen zugedröhnt und buntgefärbt und halbtot auf der Schwulenparade herumgewedelt.

Kurzum - erneut ein urkomischer Comic aus der Feder von Ralf König. "Roy & Al" lehrt den verstockten Heteros ein wenig Toleranz und spricht Hundefans wie -hasser gleichermaßen an: Al ist der kleine kläffende Schurke, Roy der große dicke Held. Für jeden ist etwas dabei. Ein Comic für Erwachsene um zwei heterosexuelle Hunde - wobei am Ende das Ganze noch in Frage gestellt wird...


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Erotik:

Humor:

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Infos:

Autor:

König, Ralf

Verlag:

Männerschwarm

Erschienen:

01.09.2004

Kritiker:

Schwertfang

ISBN oder
ProduktID:

3935596642

Seiten:

62

Preis:

12 €

Typ:

Hardcover (Comic)

 

Vorschau:

Rotersand + Sono
A Night with ROTERSAND + SONO



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