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Perloo - König der Montmer (Kritik)


Rezension von Schwertfang

Autor: AVI

Als Hörbuchversion hat sich Avis humorvolle Geschichte über Demokratie, Freundschaft, Vertrauen, Weisheit und Verrat im kleinen Königreich der Montmer - Riesenhasen - geradezu angeboten: der Audioverlag hat in Zusammenarbeit mit dem SWR und dem NDR "Perloo - König der Montmer" in Audiofassung verewigt.

Erzählt wird die Geschichte Perloos, einem kauzigen, sehr gebildeten und einsiedlerischen Hasen, der von der mutigen Häsin Luca an den Hof der Montmer gerufen wird - Granter Jolaine, die amtierende Herrscherin der Montmer, hat ihn an ihr Sterbebett gerufen, sehr zu Unbill ihres tyrannischen, durchtriebenen und hinterlistigen Sohnes Berwig. Dieser ist fest davon überzeugt, dass er der neue Granter werden wird - immerhin gibt es ja so was wie eine Erbfolge, auch wenn das nicht Pflicht war unter den Hasen.

Jolaine jedoch hat sich anders entschieden und per Proklamation Perloo zu ihren Nachfolger bestimmt, ehe sie an Altersschwächer sanft entschläft. Genau da platzen Berwig und sein niederträchtiger Berater Senyous herein und stellen als gleich wie einen Mord hin. Berwig entreißt eine Hälfte der Proklamation, Perloo und Luca können mit der anderen Hälfte fliehen. Auf der Flucht vor den Häschern hoppeln beide direkt in die Arme der Erzfeinde der Montmer, den Felbarts, welche vom Aussehen an Kojoten erinnern. Deren Anführer, der eigentlich friedliebende Weyanto, teilt ihnen mit, dass mit dem Tod Jolaines Berwig seine Kriegserklärung an die Felbarts wahrgemacht hat - immerhin ist ein Krieg für seinen Ruhm förderlich und bringt ihm einiges an Beliebtheit ein.

Dank Perloos Geschichtswissen und seiner Bedachtheit gelingt es ihm, sich mit Weyanto anzufreunden. Doch Berwig und Senyous stehen samt ihren Leuten bereits vor den verschneiten Hügeln der Felbarts...

In 55 Minuten die gesamte Handlung von Avis gelungenem Kinderbuch wiederzugeben erweist sich als Ding der Unmöglichkeit, genauer gesagt wurde die Handlung gekürzt: so fehlt das Intrigenspiel der Spionin Gumpel und auch der gutmütige Küchenchef Fergink sowie Lucas Freunde, die ihnen bei der Flucht helfen, gänzlich. Auch wurde anstelle der deutschen Übersetzung gleich eine geänderte Version des Hörbuchs genommen: nicht umsonst heißt Luca hier nicht Lucabara, wie im Buch.
So fragt man sich, was Luca und Perloo eigentlich mit ihrer Flucht langfristig bezwecken wollten - ein Plan liegt nicht vor. Auch das köstliche Intrigenspiel zwischen Senyous und Berwig wird nur angeschnitten.

Das tut dem Hörvergnügen jedoch keinem Abbruch: mit Gesangs- und sogar Rapeinlagen wird die Handlung aufgelockert, und es gibt keinen Abschnitt, der langatmig vorkommt. Gut auch die Auswahl der Stimmen: Luca etwa wird von Bart Simpson-Sprecherin Sandra Schwittau gesprochen, Weyanto indes leiht Helmut Krauß (sprach u.a. Samuel L Jackson in "Pulp Fiction") seine Stimme. Besonders gut aufgelegt ist Herbert Fritzsch als Berwig, dessen überschlagende, nervige Stimme den Liebreiz dieses schrägen Bösewichts wiederspiegelt.

Ein kurzweiliges, vergnügliches Hörbuch, dass der Buchvorlage nicht ganz gerecht wird, dafür aber auch nicht den Geldbeutel unnötig strapaziert.

Gesamtspielzeit: 54:48 Minuten
Umfang: 1 CD


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Infos:

Autor:

AVI

Verlag:

Der Audio Verlag

Erschienen:

01.02.2004

Kritiker:

Schwertfang

ISBN oder
ProduktID:

389813301X

Laufzeit:

ca. 55 Minuten

CD Anzahl:

1

Typ:

Hörspiel

 

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