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Marvel Exklusiv 92: Für Asgard (Kritik)


Rezension von David Weigel

Autor: Rodi, Robert; Bianchi, Simone


Aus der Reihe "Thor"

Über den Helden
Der blonde Ase zählt zu den ältesten und bekanntesten Marvel-Figuren überhaupt und eines der Gründungsmitglieder der legendären Rächer. Der so menschlich handelnde und fühlende Donnergott wurde bereits von so manchem Künstler interpretiert und bekam immer wieder neue Nuancen verliehen. Seit einem erneuten Start der Serie 1998 lief es in Amerika für „Thor“ nicht gut. Die Auflage sank von 130.000 auf nur 30.000. Die Folge war ein (vorläufiges Ende). 2007 wurde der blonde Hüne widerbelebt und sorgte für so viel Begeisterung, dass sogar ein Film produziert wurde. Im Vorliegenden Band 92 „Für Asgard“ aus der Reihe „Marvel Ecxlusive“ versuchen sich Robert Rodi (Autor) und Simone Bianchi (Zeichner) an einer Geschichte deren Verlauf über das Schicksal Asgards entscheidet. Im Übrigen handelt es sich um ein in Amerika als Mini-Serie erschienenes Comic, dass bei uns in einem Band erscheint (daher die 172 Seiten). Die Story-Line ist losgelöst vom regulären Geschehen im Marvel-Universum.
Über den Autor
Rodi dessen Bücher meist homosexuelle Themen behandeln, ist schon lange als Roman-, Bühnen- und Comicautor unterwegs. „Fag Hag“ Rodis erster Roman wurde wie auch seine späteren Werke auch auf Deutsch veröffentlicht. Bei Vertigo schließlich begann Rodi 1999 mit dem Schreiben von Kurzgeschichtetn. Dort entstanden u.a. die Comic-Serien „Four Horsemen“ und „Codename: Knockout“. Bei Marvel arbeitete Rodi für „Electra“ und „Rogue“. Mit der Mini-Serie „Loki“ gelang ihm ein Überraschungserfolg.
Über den Zeichner
Simone Bianchi stammt aus der Toskana und blieb bis dato seiner Geburtsstadt Lucca treu. Bereits mit 15 veröffentlichte er erste Comicstrips in einer Lokalzeitung. 1997 arbeitete Bianchi an einer „Conan“-Story für Marvel-Italia. Viele Auftragsarbeiten wie Plattencover, das erste 3D-Video Italiens oder die Mini-Serie „Shining Knight“ bei DC folgten. Seit 2006 arbeitet Bianchi exklusiv für Marvel und zeichnete bisher bereits jeweils sechs Ausgaben von „Wolverine“ und „X-Men“ sowie diverse Titelbilder.
Handlung
Odin der Allvater wird vermisst, die ersten Völker unter Asgards Herrschaft erheben sich und fordern Unabhängigkeit und auch von Innen droht dem Reich der Asen eine bisher unbekannte Bedrohung. Es ist keine leichte Stunde in der Thor der Gott des Donners und Odins Sohn die Regentschaft übernehmen muss. Es bleibt Winter im Reich Asgard und der Vorrat besonderer Äpfel welche die Quelle der Unsterblichkeit der Asen sind, geht zu neige. Ist dies Ragnarök, die Götterdämmerung?
Thor regiert führt mit eiserner Hand und versucht die Völker unter Kontrolle zu halten doch mehr und mehr entgleitet ihm die Situation. Schließlich geht der Donnergott selbst den dunkelsten aller Wege und findet sich nicht etwa in Walhall dem Paradies der Asen sondern in Niflheim einer Art Abstellkammer für unliebsame Verstorbene wieder. Er wäre nicht Odins Sohn, gäbe er sich damit zufrieden. Mit eisernem Willen kämpft er sich einen Weg in die Welt der Lebenden und bringt berühmte Recken längst vergangener Generationen mit. Asgard scheint gerettet. Doch wo ist Odin? Und welche Rolle spielt Jord die Erdgöttin im Spiel der Götter? Dunkle Schatten lauern im Reich jenseits der Regebogenbrücke Bifröst.
Über den Comic
172 Seiten für 16,95 €! Jede Seite ist vollfarbig bedruckt und das Ganze ein „Comicheft“ zu nennen wäre untertrieben. In der Marvel Exklusiv Reihe ist zumindest bei der Aufmachung der Name Pro-gramm. Bereits das Cover wirkt alles andere als heiter, zeigt es doch Thor mit einem halb zerrissenem Umhang in kriegerischer Pose hinter seinem Hammer Mjölnir den er aus irgendeinem Grund nicht mehr heben zu können scheint. Das verheißt nichts Gutes. Das Cover spiegelt vermutlich absichtlich die Grundstimmung der gesamten Geschichte wieder: bedrohlich, negativ und bedrückend.
Der Donnergott ist im Verlauf der Geschichte ungewohnt ernst und hart. Der vorbildliche, edelmütige Recke vergangener Zeiten taucht nur als Gastspiel auf. Die Schlacht- und anderen Gewaltszenen dominieren das Heft und wechseln sich mit getragenen überernsten Dialogen der nicht vorgestellten Charaktere ab.
Die Zeichnungen sind definitiv gelungen und auch die Farbgebung gibt unterstützt die von der Story vorgegebene Grundstimmung vortrefflich. Die Charaktere wirken trotz des mittelalterlich anmutenden Settings allesamt wie Models. Ins Besondere Thor wirkt geradezu weiblich schön. Umso grotesker erscheinen die Wechsel zu wirklich blutrünstigen nicht handlungstragenden Szenen, die nach Effekthascherei riechen. Bianchi versteht sein Handwerk, schießt aber in mehreren Szenen über das Ziel hinaus.
Das gesamte Layout des Comics ist dynamisch und interessant ohne zu ausgefallene Experimente. Großformatige Zeichnungen und Variant-Cover der in Amerika einzeln erschienen Teile werten die vorliegende Ausgabe auf.
Fazit
All die handwerklich guten Dinge trösten leider nur unzureichend über eine in sich nicht fertig erzählte Geschichte hinweg. Insbesondere da es sich um eine abgeschlossene Mini-Serie handeln soll. Die düstere Stimmung und die Gewalt als Stilmittel erinnern an Sin City im Mittelalter und haben so gar nichts mit dem strahlenden Thor meiner Kindheit gemein. Auch wenn Marvel in der Verfilmung das Saubermann-Image überarbeitet hat, werden Rodi und Bianchi dem Charakter nicht gerecht.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

Aufmachung:

Erotik:

Gefuehl:

Humor:

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Infos:

Serie:

Thor

Autor:

Rodi, Robert

Co-Autor:

Bianchi, Simone

Verlag:

Panini Comics

Erschienen:

01.05.2011

Kritiker:

David Weigel

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

978-3862011520

Seiten:

172

Preis:

16,95 €

Typ:

Softcover (Comic)