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Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen (Kritik)


Rezension von Arielen

Autor: vgs

Wer kennt sie nicht, diese ganz speziellen Gerichte, die nur Mutter so gut kochen konnte, so dass man sich auch noch im Erwachsenenalter danach sehnt. Oft sind es sehr gängige Rezepte, die jeder eigentlich kennt – aber hin und wieder macht eine Zutat das Besondere und Unvergessliche aus.

„Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen: 120 Gerichte, die wie zu Hause schmecken“, versucht diesen Zauber einzufangen. Verschiedene Prominente, aber auch ganz einfache Leute haben zu der Sammlung beigetragen und auch noch das ein oder andere Wort darüber verloren, was für sie genau dieses Gericht so besonders macht und warum sie es auch heute immer noch gerne essen.
Am meisten sind wohl die herzhaften Hauptspeisen in Erinnerung geblieben. „Tante Hildegards Kartoffelsalat“ klingt sehr profan, wird aber mit Kasslerbrühe und nicht wie sonst oft Majonäse mariniert. „Roter Heringssalat“ ist sicher auch im Becher kaufbar, wird aber zu einem Erlebnis, wenn man ihn selbst macht und neben dem Matjes auch noch Rindfleisch und Walnüsse hinzufügt. Natürlich dürfen auch die Rezepte zu Sauerbraten nicht fehlen. Interessant ist, dass man hier die Rezepte von rheinischem und badischen Sauerbraten gegenübergestellt hat, so dass Interessierte nun erstmals auf einen Blick sehen können, welche Unterschiede es eigentlich zwischen beidem gibt.
„Schlesische Weißwurst in Pfefferkuchensoße“ ist ein recht spezielles Gericht, da man dafür tatsächlich ganz bestimmte Zutaten aus den entsprechenden Feinkostläden holen muss.
Süße Hauptspeisen sind vermutlich bei Kindern sehr beliebt. So gibt es Rezepte zum „Armen Ritter“ oder „Kirschmichel“ und nicht zuletzt „Puffersplätzchen aus dem bergischen Land. Natürlich dürfen Süße Nachspeisen wie „Kaiserschmarrn“, „Apfelsinenpudding“ oder „Grießflammeri“ nicht fehlen und eine letzter kleiner Abschnitt widmet sich beliebten Kuchen- und Gebäcksorten wie „Käsekuchen“ oder „Kalter Hund“.

Die leider namenlosen Herausgeber wollen sicherlich mit diesem Buch keine Sammlung mit neuen, noch nicht dagewesenen Rezepten oder Variationen bieten. Tatsächlich gehörten die meisten Gerichte, die in „Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen“ vorgestellt werden für die meisten Hausfrauen und die es werden wollten bis vor zwanzig oder dreißig Jahren fast alle zum Grundrepertoire, also denen, die man kennen sollte, um seine Familie gut (wenn vielleicht auch nicht immer gesund) zu bekochen.
Globalisierung und Fertiggerichte haben das Wissen und Interesse allerdings schwinden lassen. Kaum eine junge Mutter und Hausfrau stellt sich heute noch gerne jeden Tag länger in die Küche und kocht gutbürgerliche altdeutsche Küche. Lange Zeit galt es sogar als spießig, viel mit Kartoffeln und Co. zu machen und statt fremdländischer Küche sogenannte „Oma“-Gerichte anzubieten.
So wird das Buch nicht nur schönen Erinnerung älterer Leser an ihre Kindheit, sondern auch zu einer Fundgrube für die junge Generation, die langsam wieder zu ihren Wurzeln zurückfindet und den alten Gerichten eine neue Chance gibt.
Das merkt man auch den meisten Rezepten an. Sie schlagen eine Brücke zwischen nostalgischer Erinnerung, die sich vor allem in den Kommentaren zu den Zutatenlisten und Beschreibungen niederschlagen und moderner Kochkunst, durch die vieles leichter geworden ist; auch wenn kaum Veränderungen vorgenommen wurden.
Die Mischung ist recht ausgewogen. Neben sehr vielen alltagstauglichen Gerichten, gibt es auch aufwendigen Festtagsschmaus wie „Gebratene Ente“ oder „Sauerbraten“, das ein oder andere Rezept macht es auch möglich Rest von Vortag aufzubrauchen.
Nicht zu allem Gerichten gibt es Bilder, aber diese dienen ohnehin nur zur Auflockerung – da die begleitenden Texte viel interessanter sind.

Alles in allem ist „Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen“ ein sehr gelungenes Buch, das nicht nur nostalgische Erinnerungen an die häusliche Kochkunst aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erweckt, sondern auch dazu aufmuntert, diese Kultur wieder neu aufleben zu lassen.


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vgs

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Infos:

Autor:

vgs

Verlag:

vgs

Erschienen:

01.11.2010

Kritiker:

Arielen

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

9783802537318

Seiten:

160

Preis:

16,95 €

Typ:

Hardcover

 

Vorschau:

Rotersand + Sono
A Night with ROTERSAND + SONO



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