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Nachtrichter (Kritik)


Rezension von Robert Fuchs

Autor: Bergermann, Dorothea


Aus der Reihe "Das schwarze Auge"

Fantasywelten gibt es viele, doch kaum eine ist so umfangreich wie Das schwarze Auge. Die Handlung konzentriert sich auf den Kontinent Aventurien des Planeten Dere (Anagram von „Erde“), auf dem sich neben Menschen auch Elfen, Zwerge und weitere Geschöpfe tummeln. Manche Menschen machen sich die Magie zunutze und viele glauben an ein Pantheon von 12 Göttern, die die Namensgeber für die Monate sind. Einer der Götter ist Phex, der sich bei Händlern und Dieben großer Beliebtheit erfreut und dessen Listigkeit durch den Fuchs symbolisiert wird.

Den Göttern sind freilich auch Tempel geweiht und um einen Tempel zu betreiben ist Personal notwendig. Adara dient Phex und ist eine der beiden Protagonisten des 118. Romans, "Nachtrichter", in der Welt des schwarzen Auges – zugleich Dorothea Bergermanns erster Beitrag zu dieser Fantasywelt. Zusammen mit ihrem Freund Faisal – auch für Phex aktiv und darüber hinaus noch magisch geschult – ist Adara auf der Durchreise in Kyndoch stecken geblieben. Sie beobachten, wie zwei Banden auf dem Marktplatz aufeinanderprallen und sich schließlich an einer Händlerin vergreifen wollen. Diese bittet Adara und Faisal um Hilfe und Schutz – gegen ein Entgelt. Nachdem die Schläger vertrieben sind, bricht die Händlerin unerwartet zusammen und kann nur durch die von unseren Helden herbeigerufene göttliche Intervention gerettet werden.
Der örtliche Phextempel wird Schutz bieten, hofft Adara. Bei der Ankunft zeigt sich jedoch ein desolates Bild. Der Vogtvikar genannte Tempelvorsteher schwankt zwischen Anmaßung und Desinteresse, außer ihm gibt es nur noch einen schlecht ausgebildeten Novizen. Mit jedem Tag kommen mehr Ungereimtheiten zum Vorschein. Adara und Faisal fühlen sich berufen, diesen nachzugehen und in der Provinzstadt Kyndoch aufzuräumen, im spirituellen und weltlichen Sinne. Dabei stöbern sie mehr Unheil auf, als ihnen lieb ist und am Ende bewahrheiten sich ihre schlimmsten Vermutungen.

"Nachtrichter" ist ein stimmungsvoller und unterhaltsamer Beitrag zur Welt Aventuriens. Dorothea Bergmann ist es gut gelungen, das Leben des Städtchens Kyndoch darzustellen. Ihre Charaktere sind humorvoll und überzeugend gezeichnet. Besonders gelungen ist die Darstellung der religiösen Aspekte, die durch den Fokus auf zwei Diener des Gottes Phex gut zur Geltung kommen.
Anfangs bieten die Kampfszenen eine gute Gelegenheit, das Erzähltempo und die Spannung zu steigern. Sie dienen auch dazu, die enge Verbundenheit der beiden Protagonisten zu demonstrieren. Bisweilen entsteht allerdings der Eindruck, die Autorin würde sich von Kampf zu Kampf hangeln. Der Leser fühlt sich in diesen Szenen an Actionfilme erinnert, bei deren Entwurf die Kämpfe der Ausgangspunkt waren und die Handlung reines Füllwerk. Dies war bei "Nachtrichter" sicher nicht der Fall, doch besonders beim finalen Kampf kommt Langeweile auf, im krassen Gegensatz freilich zu der lebensbedrohlichen Gefahr, in der die Helden schweben. Etwas mehr Zurückhaltung in diesem Bereich hätte dem Roman gut getan.
Völlig unverdient für diesen insgesamt anständigen Fantasyroman ist das geschmacklose Coverbild, gestaltet von Arndt Drechsler. Die Coverbilder von Fanpro sind durchaus hin und wieder etwas grell geraten, aber in der Regel gut komponiert. Hier wurde allerdings völlig daneben gegriffen.

Wer sich nicht von dem scheußlichen Cover abschrecken lässt bekommt mit "Nachtrichter" gute und leicht verdauliche Fantaysunterhaltung mit vielen Kampfszenen. Der Preis von 10 Euro ist dafür mehr als erschwinglich.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

Aufmachung:

Grafik:

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Serie(n):
Das Schwarze Auge Rollenspiel

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Infos:

Serie:

Das schwarze Auge

Autor:

Bergermann, Dorothea

Verlag:

FanPro

Erschienen:

01.03.2010

Kritiker:

Robert Fuchs

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

9783890641386

Seiten:

320

Preis:

10,00 €

Typ:

Taschenbuch

 

Special:

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