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Nigel: Aschenputtel entdeckt das Paradies (Kritik)


Rezension von Noelle

Autor: Dammrich, Reni

Immer öfter werden misshandelte Hunde von Menschen aufgenommen, die diesen Hunden zumindest noch einen schönen Lebensabend bieten wollen. Doch dies ist nicht immer so einfach, wie viele es sich erhoffen. „Nigel: Aschenputtel entdeckt das Paradies“ aus dem Persimplex Verlag erzählt die Geschichte eines solchen Hundes und seinem neuen Frauchen.

Foxhound Nigel ist nierenkrank und hat dadurch in seiner Jagdmeute einen schweren Stand. Hinzu kommt, dass auch seine Besitzer ihn spüren lassen, dass er nicht die erwünschten Erfolge erzielt. Misshandelt vegetiert Nigel vor sich hin und wartet im Grunde nur noch auf den Tod. Doch dann taucht Mary auf. Eigentlich wollte sie einen Welpen kaufen, aber als sie Nigel erblickt weiß sie: dieser Hund oder keiner.
Sie nimmt ihn bei sich auf und schon nach einigen Tagen kommt dir erste Zerreißprobe: Nigel ist schwer krank und der Tierarzt kann nicht sagen, ob er die nächsten Tage überleben wird. Mary nimmt sich Urlaub und kümmert sich aufopferungsvoll um ihn. Er überlebt, aber nach wie vor merkt Mary, dass seine seelischen Wunden nicht verheilt sind. So reagiert er beispielsweise mit großem Schrecken auf Äste, die aussehen, wie Ruten, was bedeutet, dass er wohl früher mit Ruten oder gar Peitschen geschlagen wurde.
Trotzdem gibt es auch viele Lichtblicke: Nigel hat Mary so sehr ins Herz geschlossen, dass er ihr bedingungslos vertraut und auch sie weiß dies zu schätzen. So schmusen die beiden sehr oft und ihre Beziehung wird immer inniger.
Als Mary mit ihrer Familie umziehen will und Nigel notgedrungen einige Zeit lediglich mit Marys Mann zu Hause bleiben muss, nimmt Nigel an, dass er wieder verlassen wird und weiß sich nicht zu helfen...

Man wird bei diesem Buch sicherlich überrascht werden. Von außen sieht es relativ laienhaft aus und erinnert an mehr oder weniger misslungene Veröffentlichungen bei Books on Demand, aber mit dieser Einschätzung liegt man falsch.
Die Geschichte von Nigel wird sehr gefühlvoll beschreiben und man merkt als Leser schnell, dass man nach und nach mit Nigel mitleidet und ihn am liebsten selbst aufnehmen würde. Man hat die ganze Geschichte über das Gefühl, dass Mary, die neue Besitzerin von Nigel, auch gleichzeitig die Autorin des Buches ist, was sicherlich auch so stimmt, denn die erzählten Episoden werden durch Fotos gestützt, die manchmal Nigel alleine zeigen, aber auf einem Foto sieht man sowohl Mary als auch Nigel. Die Fotos sind sicherlich keine Meisterleistung und man sieht sofort, dass es sich hier um Privataufnahmen aus dem Familienalbum handelt, jedoch ist die Geschichte auch derart persönlich erzählt, dass diese Fotos nicht weiter stören, sondern vielmehr die Authentizität betonen.
Sehr stört jedoch die ständige Wiederholung des Wortes „schmusen“ in allen möglichen Variationen. Nach einer gewissen Zeit fragt man sich, ob nicht spätestens dem Lektorat dieser Fehler auffallen sollte und wieso keine Synonyme verwendet wurden. Dieser stilistische Patzer zieht sich durch das ganze Buch hindurch und nervt nach einiger Zeit unheimlich.
Ansonsten ist der Schreibstil sehr flüssig und bietet kaum Gründe zur Beanstandung.

Fazit: Sicherlich keine Meisterleistung, jedoch wird die Geschichte sehr liebe- und gefühlvoll erzählt, sodass man als Leser schnell Mitleid mit Nigel empfindet. Außerdem erhält man gute Einblicke in die Probleme, die auftauchen können, wenn man einen misshandelten Hund aufnehmen möchte. Trotzdem wirkt das ganze Buch leider viel zu laienhaft, um vollends überzeugen zu können, obwohl Potential besteht.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Aufmachung:

Gefuehl:

Bild:

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Infos:

Autor:

Dammrich, Reni

Verlag:

Persimplex

Erschienen:

01.01.2009

Kritiker:

Noelle

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

9783940528384

Seiten:

65

Preis:

17,20 €

Typ:

Hardcover

 

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