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Die Weisheit des Feuers (Kritik)


Rezension von Stefan Haag

Autor: Paolini, Christopher


Aus der Reihe "Eragon"

Junge Starautoren haben es schwer. Sie schreiben als Fünfzehnjährige eine Geschichte, die Jahre später um die Welt geht. Und letztere erwartet natürlich auch eine Fortsetzung - selbstredend, ist die Handlung ja auch nicht abgeschlossen. Der Druck der auf Schreiberlingen wie Christopher Paolini ruht, ist daher nachvollziehbar. Nun, elf Jahre nachdem er den Roman „Eragon“ vollendet hat, erscheint der dritte Band der Reihe, der (zumindest auf Deutsch) den Titel „Die Weisheit des Feuers“ trägt.

Die Geschichte um Eragon, der schon seit dem zweiten Band von allen „Eragon Schattentöter“ genannt wird, geht weiter - genau an der Stelle, an dem der Vorgängerband aufgehört hat. Denn Eragon hat seinem Cousin Roran versprochen, dessen geliebte Katrina aus den Händen der Ra’zac zu befreien. Eine schwere Aufgabe für den Beginn, doch sie gelingt. Das war aber längst noch nicht alles, was in diesem Roman geschieht. Während sich Roran in den Rängen der Varden-Truppen langsam aber unaufhaltsam nach oben arbeitet und seine kurz nach der Befreiung geehelichte Freundin sich schnell in anderen Umständen befindet, entwickelt der mittlerweile nahezu elfische Eragon interessante Tendenzen. Er schwört nämlich so gut wie jeder befreundeten Macht Treue und Gefolgschaft, weswegen der englische Titel ein wenig passender erscheint. Übersetzt würde er „Brisingr oder: Die sieben Versprechen des Eragon Schattentöter“ bedeuten. Abgesehen davon kann das Buch eine interessante Allianz mit den (früher verfeindeten) Urgals, die Wahl eines neuen Königs der Zwerge und einige Kämpfe mit einem neuen Gegner aufweisen. Auch die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Eragon und Murtagh werden im Laufe des Romans endgültig geklärt. Dies beinhaltet zumindest eine teilweise erfreuliche Nachricht für Eragon. Was es hier allerdings (noch) nicht gibt, ist ein großes Finale...

Zahlreiche Jahre sind in Realität verstrichen, das ist etwas, was man dem Schreibstil von Christopher Paolini durchaus anmerkt. Nicht nur, dass die Handlung von viel mehr Überlegung zeugt als noch die im Vorgänger, kann man auch etwas anderes mit Bestimmtheit sagen: Die gesamte Erzählung ist nicht nur erwachsener geworden, sondern auch deutlich brutaler. Zwar waren auch schon in „Der Auftrag des Ältesten“ einige detaillierte Gewaltschilderungen enthalten, aber hier geht es nun endgültig zur Sache. Körperteile werden zerschmettert, Gegner durchbohrt und zahlreiche Köpfe abgeschlagen - dabei wird auch vor einigen Helden nicht halt gemacht. Positiv ist allerdings, dass die Charaktere ihre Meinung nicht mehr wie ein Fähnchen im Wind ändern, sondern allgemein überzeugender wirken. Insgesamt wird die Handlung durch den gesamten Roman allerdings nicht so viel weiter vorangetrieben. Sowohl die Reihen des verrückten Königs und Drachenreiters Galbatorix als auch die seiner Kontrahenten haben sich nun formiert und sind bereit für den finalen Kampf zwischen Gut und Böse, der sich schon seit dem ersten „Eragon“-Roman ankündigt und im noch ausständigen letzten Roman vonstatten gehen wird. Trotzdem ist der Band stilistisch eindeutig über seinen beiden Vorgängern einzuordnen. Überraschend kommt allerdings (zumindest wenn man früheren Ankündigungen geglaubt hat), dass der Autor sich entschieden hat, keine dreibändige Serie zu schreiben, sondern ganz offensichtlich zumindest eine vierbändige. Ob dies nun aus rein monetären Gesichtspunkten passiert ist oder weil die Geschichte, die Paolini noch erzählen will, den Rahmen von „Die Weisheit des Feuers“ gesprengt hätte, muss man als Leser selbst entscheiden. Insgesamt ist der dritte Band der hoch gelobten „Eragon“-Reihe solide gelungen und weit erwachsener geschrieben als die Vorgänger. Insofern lohnt es sich, das Buch zu kaufen, auch wenn die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt wird.

Der dritte Band der „Eragon“-Reihe von Christopher Paolini präsentiert sich stilistisch erwachsener, wenn auch brutaler als die Vorgänger. Selbst wenn sich die Handlung nicht so weiter entwickelt, wie man es gerne hätte, wiegt die bessere Ausarbeitung des Hintergrundes vieles auf. Zwar wird nun noch ein vierter Roman erscheinen, in dem voraussichtlich das Finale stattfinden wird, doch auch das kann Fans sicherlich nicht abschrecken.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

Gefuehl:

Humor:

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Produkte (Paolini, Christopher):
Eragon
Eragon
Eragon – Der Auftrag...ten
Eragon – Der Auftrag...ten
Eragon - Das Vermäc...ter

Verlag:
cbj

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Infos:

Serie:

Eragon

Autor:

Paolini, Christopher

Verlag:

cbj

Erschienen:

01.10.2008

Kritiker:

Stefan Haag

ISBN oder
ProduktID:

9783570128053

Seiten:

862

Preis:

24,95 €

Typ:

Taschenbuch

 

Paolini, Christopher

Christopher Paolini wohnt mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester in Paradise Valley, Montana. Er besuchte nie eine öffentliche Schule, sondern wurde von seiner Mutter zu Hause unterrichtet.
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