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Das Arsenal (Kritik)


Rezension von Jens Fleischhauer

Autor: Diociaiuti, Walter

Zwei französische Soldaten sind kurz vor ihrer Entlassung aus der Armee und werden noch einmal zum Wachdienst abkommandiert. Vor diesem Rahmen spielt sich die Erzählung „Das Arsenal“ ab und die beiden Protagonisten der Geschichte sind damit erfasst. Walter Diociaiuti erzählt eine Episode aus dem Ende der Dienstzeit zweier Soldaten, die große Unterschiede zueinander aufweisen. Es sind konträre Charaktere, die ihre eigenen Probleme und Wünsche haben. Der eine von ihnen ist unglücklich verliebt, der andere strebt eine große Karriere als Journalist und Autor an. Über das Thema der unglücklichen Liebe kommen sie in Streit und begehen ihren Wachdienst mit Distanz zueinander.

In einer Waffenfabrik soll der Zug Wache halten. Ungewöhnlich ist, dass die Einheit, die sie ablösen sollen, sehr auffällig von ihnen separiert wird. Nicht einmal miteinander reden dürfen die Soldaten, doch gibt es vage Andeutungen, dass etwas im argen liegt. Was, das ist die offene Frage. Also rechnen alle mit einer Inspektion und haben mächtig Angst vor dem inspizierenden Offizier, der ihnen nun zu gut bekannt ist, auch ob seiner groben und unnachgiebigen Art.
An dem Abend, an dem die Inspektion erwartet wird, sollen die Opas, die kurz vor ihrer Entlassung und damit erfahrenen Soldaten, die Wache in einem abseitigen Wachturm übernehmen. Dieser Turm stellt eine Seltsamkeit in der Anlage dar, denn er steht unweit eines nicht mehr verwendeten Turms. Wieso zwei Türme, von denen einer außer Dienst ist, nahe beieinander stehen, ist keinem der Soldaten bekannt.
Die Wache auf dem Turm beginnt unter unguten Zeichen. Der wachhabende Soldat wird bei seinem Namen gerufen, doch niemand zeigt sich. Das Rufen geht fort, aber es ist kein Rufender zu vernehmen. Auch andere Soldaten, herbeigerufen, finden keinen Rufenden, sodass man alles aus die Anspannung bei der Wache schiebt. Doch das Rufen setzt wieder ein, langsam baut sich eine Geschichte auf, in der von Selbstmord und fürchterlichem Verhalten eines Offiziers erzählt wird. Alles deutet nun darauf hin, dass der Rufende nur eines will, Rache. Er fordert die Wache auf den Offizier zu töten und es wird langsam klar wer dieser Offizier ist...

Walter Diociaiuti hat mit dem Arsenal einen interessanten Handlungsort für eine Geistergeschichte gewählt. Was sich genau an Spuk abspielt und welche Ursache dieser hat, bleibt ein bisschen im Dunkeln, aber gekonnt werden düstere Erscheinungen in Szene gesetzt und nach und nach eine sehr gespannte Atmosphäre aufgebaut.
Stilistisch ist das Buch sehr überzeugend geschrieben und liest sich hervorragend. Es ist viel Wert auf eine passende Sprache und die Unterstützung der Atmosphäre durch den Erzählstil gelegt worden. Zudem wird keine zu überdrehte, sondern sich nach und nach, aber nicht übertrieben steigernde Geschichte erzählt, in der sehr authentische Charaktere vorkommen. Die Personen sind sehr lebendig gestaltet und verhalten sich so, dass man es ihnen als plausibel abnimmt. Selten findet man so gut skizzierte Charaktere, deren Verhalten so anschaulich und nachvollziehbar geschildert ist.
Die Erzählung selbst ist nicht sonderlich lang, sie ist schnell gelesen und wenn man einmal angefangen hat, dann mag man das Buch auch kaum aus der Hand legen. Eine sehr überzeugend erzählte und fabelhaft lesbare Horrorerzählung, die auf Spukerscheinungen zurückgreift und ein etwas nebulöses Ende bereit hält. Wenn man einen Kritikpunkt anbringen wollen würde, dann das das Ende etwas kryptisch und verkürzt erscheint. Vielleicht hätte man die letzte Seite weglassen oder länger ausgestaltet können, aber dies stellt insgesamt nur einen kleinen Wermutstropfen dar.
Ergänzt wird die Erzählung durch mehrere hervorragend passende Illustrationen, die teilweise auch den Überblick über das Arsenal und damit die Anschaulichkeit erhöhen. Das, was die Grafiken darstellen, greift Elemente der Erzählung auf, der Stil der Zeichnungen harmoniert mit dem Erzählstil und der erzählerischen Atmosphäre. Somit kann man von einem rundum gelungenen Horrorbuch sprechen, welches mit „Das Arsenal“ vorliegt.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

Aufmachung:

Gefuehl:

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Infos:

Autor:

Diociaiuti, Walter

Verlag:

Eloy Edictions

Erschienen:

01.05.2008

Kritiker:

Jens Fleischhauer

Sprache:

Deutsch.

ISBN oder
ProduktID:

9783938411162

Seiten:

104

Preis:

12,00 €

Typ:

Taschenbuch

 

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