Mitmachen!

Wir haben neue Positionen zu besetzen. Derzeit suchen wir Redakteure für:
Musik
Kino
Englischsprachige Fachliteratur
und Lektoren


Social Networking

roterdorn ist auch bei:

Twittertwitter
Facebookfacebook

Shadow of the Colossus (Kritik)


Rezension von Michael Frisch

Autor: Sony Computer Entertainment

Wanda reitet vorsichtig durch die riesigen Gebirge, Täler und Schluchten. Der Weg scheint endlos, Regen setzt ein. Der Weg ist teilweise eingestürzt, doch er kann sich jetzt nicht aufhalten lassen, zu weit ist er gekommen. Sein treues Pferd setzt zu einem Sprung an und landet sicher auf der anderen Seite des Weges. Vor Wanda auf dem Pferd liegt Sie, in Decken gehüllt.
Die Frau, die er so sehr liebt, dass er nach ihrem Tod den weiten Weg gemacht hat, denn es gibt ein Gerücht: Die Dormin, gottähnliche Wesen, sollen die Macht haben, Tote wieder zum Leben zu erwecken. Der Weg führt ihn über eine schmale Steinbrücke, an den Seiten geht es tief bergab.
Rechts und links sieht der Jüngling ein weites Tal eingerahmt von Bergen, durchzogen von Flüssen und Schluchten. Die Brücke führt ihn direkt in den Turm eines gigantischen Tempels. Dort sollen sie sein, die Dormin, die ihm seinen Herzenswunsch erfüllen können. Eine Wendeltreppe führt an einem Wasserbecken vorbei in einen mächtigen Altarraum, an dessen Seite jeweils acht kolossale Statuen stehen. Er legt seine Angebetete auf den Altar. Merkwürdige Schattenwesen erscheinen, Wanda zieht sein Schwert und das Sonnenlicht scheint durch das Schwert gebündelt diese Wesen zu vernichten.
Eine Stimme spricht zu ihm, sie sagt, sein Wunsch könne erfüllt werden, doch für das Ritual ist es unabdingbar, dass er die Ebenbilder aus Fleisch und Blut dieser haushohen Statuen welche sich im Altarraum befinden, erlegt. Der Held ist fest entschlossen, alles dafür zu tun, seine Geliebte wieder zum Leben zu erwecken. Also macht er sich auf den Weg zum ersten Koloss…

So beginnt Shadow of the Colossus. Es führt den Spieler durch eine schier unendlich erscheinende, menschenleere Welt. Gebirgsformationen, Wüsten, Flüsse, Seen, Felsspalte, Wälder, allesamt in einer atemberaubenden Grafik dargestellt, das ist die Welt von Shadow of the Colossus.

Das Spielprinzip selbst ist einfach, der Spieler reitet von Koloss zu Koloss um alle zu erlegen.
Um den Weg zu den jeweiligen Kolossen zu finden, ist der Kolossjäger Wanda mit einem magischen Schwert ausgerüstet, welches ihm durch einen Lichtstrahl zeigt in welcher Richtung sich der nächste Koloss zu befindet. Beim Koloss angekommen, zeigt das Schwert ebenfalls an, wo der unüberwindlich scheinende Koloss, doch eine Schwachstelle hat.
Diese befindet sich zu meist auf dem Kopf des Koloss, aber auch an Rücken, Bauch, Arm oder Bein. Doch zu wissen wo die Schwachstellen sitzen, reicht noch lange nicht. Der Spieler muss nun einen Weg zu eben diesen Schwachstellen finden. Das ist die Herausforderung des Spiels. Am Anfang reicht es noch aus, einfach am Bein hochzuklettern, später aber muss der Spieler sich wirklich etwas einfallen lassen. Den Koloss zum Beispiel dazu bringen, Dinge zum Einstürzen zu bringen, um dann auf die Trümmer zu steigen um von einem höheren Punkt auf den Koloss springen zu können. Jeder Koloss ist verschieden, der eine bewegt sich an Land, der andere geht die Wände rauf und runter, der nächste schwimmt, der andere taucht oder er fliegt durch die Welt. Einfallsreichtum ist gefragt.
Neben dem Schwert ist der Held noch mit Pfeil und Bogen ausgerüstet. Diese machen zwar nicht viel Schaden, aber sie können die Aufmerksamkeit des Koloss erzwingen.
Kommt der Spieler einmal nicht weiter hallt eine Stimme vom Himmel, die ihm einen manchmal sehr hilfreichen oder auch einen verwirrenden Tipp geben. Jeder Koloss hat Stellen mit Fell, an denen sich Wanda festhalten kann. Eine Ausdaueranzeige zeigt an, wie lange er sich noch festhalten kann. Denn die Kolosse schütteln sich auch und probieren den für sie mehr wie einen nerviges Insekt erscheinenden Protagonisten los zu werden.

Die Kolosse sind ebenso wie die gesamte Umgebung des Spiel, mit viel Liebe und detailliert animiert worden. Die Entwickler haben die Grafikkapazitäten der PS 2 bis zum Äußersten gereizt. So weitläufige und stimmungsvolle Landschaften gab es selten zuvor aus dieser Konsole. Zwar führt dies auch zu leichtem Ruckeln, was aber zu verschmerzen ist. Den Entwicklern ist es gelungen, dass der Spieler sich wie David im Kampf gegen Goliath fühlt. Der passend gewählte und nur während den Kämpfen gegen die Kolosse eingesetzte Soundtrack untermalt das Geschehen optimal.


Allerdings hat auch Shadow of the Colossus, einen Schwachpunkt: Es ist die Kamera und damit verbundene Probleme bei der Steuerung des Helden. Dies zeigt sich in den Kämpfen mit den Kolossen. Im hektischen Geschehen, muss der Spieler die Kamera oft nachjustieren. Zwar gibt es eine Fokustaste um den Koloss immer im Blick zu behalten, doch ist diese nur von Weitem nützlich. Kommt man an den Koloss näher heran, verliert man schnell den Überblick und muss mit dem rechten Analogstick nachjustieren.
Die Steuerung an sich ist nicht kompliziert, nur durch die Kamera gibt es einige Probleme den Charakter dorthin springen zu lassen, wo er hin springen soll. Das bietet manchmal Grund für Frust, doch mit der Zeit arrangiert sich der Spieler mit diesem Problem.
Das Reiten gestaltet sich einfach. Das Pferd ist störrisch und besitzt die Intelligenz eines echten Pferdes. Es ist zwar manchmal nervig, aber so sind Pferde wohl.

Das Gefühl vom kleinen Krieger in der großen Welt, überträgt sich schnell auf den Spieler. Die Entwickler wollten dem Spiel epische Ausmaße verleihen und das ist ihnen mehr als gelungen.
Allerdings muss man sagen, dass außer den Kämpfen gegen die Kolosse keine Aufgaben auf den Spieler warten. Es gibt keine anderen Charaktere mit denen er kommunizieren könnte und auch keine Rätsel zu lösen.
Der Krieger reitet von einem Koloss zum nächsten. Es ist ein wenig so, als würde man ein Spiel nur mit Endgegnern spielen. So bekommt der Spieler den Abspann auch schon nach gut zehn Stunden zu sehen. Das Spiel bietet wenig Anreiz es erneut durchzuspielen, auch wenn man nun den schweren Schwierigkeitsgrad frei gespielt hat. Eine Aussicht, mehr über den mysteriösen Hintergrund des Protagonisten und die Welt, in der er kämpft, zu erfahren, gibt es nicht.

Positiv zu erwähnen ist im Übrigen, dass es Extras auf der DVD gibt. Tatsächlich ist wieder ein Spiel erschienen, mit einem kleinen Making of. Dort erzählen die Entwickler was sie erreichen wollten und wie sie es angestellt haben. Dazu gibt es noch einen Ico Trailer und einen „Shadow of the ColossusTrailer“.

Insgesamt hat Sony ein gutes Spiel auf den Markt gebracht. Es unterscheidet sich sehr von dem, was man sonst auf dem Spielemarkt findet. Die Grafik ist erstklassig, der Soundtrack ebenfalls. Allein die Kamera und die Tatsache, dass der Spieler außer den Kämpfen gegen die Kolosse keine Aufgaben zu bewältigen hat, verhindern eine erstklassige Bewertung.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

Grafik:

Sound:

Extras:

Bedienung:

Spieltiefe:

Links:

Bestellen bei: AMAZON

Produkte (Sony Computer Entertainment):
Final Fantasy X
Eye Toy Groove und K...dle
MonkeyMania
Go! Sudoku
God Of War 2
Buzz! - Deutschlands...uiz
InFamous
Pain
Ghostbusters: The Vi...ame

Navigation
Zurück
Druckerversion

Infos:

Autor:

Sony Computer Entertainment

Verlag:

Sony Computer Entertainment

Erschienen:

01.02.2006

Kritiker:

Michael Frisch

ISBN oder
ProduktID:

B000CNEP1K

FSK:

12

Typ:

Computerspiel

 

Interview:

Spielemesse Nürnberg
Die Traumlande - Interview mit Huan Vu



Artikel:

Spielemesse Nürnberg
RPC 2014

von Marcus Pohlmann



Artikel:

Spielemesse Nürnberg
Salute 2014

von Marcus Pohlmann