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Robert Louis Stevensons Geschichte von „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ zählt zu den Klassikern der moderneren Horror- und Gruselliteratur. Die Handlung ist bekannt und Vorlage für viele Umsetzungen der berühmten Erzählung in andere Medien – wie zum Beispiel in das vorliegende Hörspiel – und daher rasch zusammengefasst: London, im Jahre 1880. Der Arzt Dr. Henry Jekyll ist ein junger, beliebter, netter und noch dazu gutaussehender Gentleman. Seine Forschung widmet er dem Ziel, die Menschheit von allem Bösen zu befreien und das Ideal des guten Menschen zu erreichen. Doch Dr. Jekylls Freunde, der Anwalt Charles Utterson und der Arzt Dr. Arthur Lanyon, machen sich sorgen um den jungen Mann. Denn dieser verhält sich in letzter Zeit nicht nur merkwürdig, sondern ließ noch dazu bei Mr. Utterson ein Testament aufsetzen, das besagt, dass im Falle des Todes oder auch längeren Verschwindens Dr. Jekylls dessen gesamtes Habe einem gewissen Mr. Hyde überschrieben werden solle. Doch weder Utterson noch Lanyon haben je von einem Mr. Hyde gehört und weil Jekyll selbst keine weitere Auskunft gibt, fangen die beiden Freunde an nachzuforschen und finden heraus, dass sich tatsächlich ein Mann namens Hyde regelmäßig in Dr. Jekylls Haus aufhält. Bei einer Begegnung mit diesem erkennt Mr. Utterson in dem kleinen, buckligen und durchtriebenen Mr. Hyde einen Raufbold wieder, der ihm ein paar Nächte zuvor entwischt war, nachdem er eine Frau belästigt hatte. Was hatte ihr guter Freund Henry Jekyll mit einer solch bösartigen Kreatur zu tun? Auf die Fragen seiner beiden Freunde reagiert der Arzt jedoch sehr gereizt und abweisend und bittet sie, sich aus dieser Angelegenheit herauszuhalten und Mr. Hyde, welchen er sehr schätze, in Ruhe zu lassen. Utterson vermutet sofort, dass Jekyll von Hyde erpresst wird, doch womit sollte dieser unangenehme Zeitgenosse den guten Henry in der Hand haben? Die Geschichte scheint sehr verworren – warum zum Beispiel schließt sich Jekyll des öfteren in seinem Laboratorium ein? Oder warum sieht man Dr. Jekyll und Mr. Hyde nie zusammen? Doch als Dr. Lanyon eines Tages ermordet aufgefunden wird, scheint sich die ganze Situation zu ändern – und ein finaler Kampf beginnt...
Die vorliegende Hörspiel-Umsetzung des Romanes „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ ist Teil der sogenannten „Schwarzen Serie“ des Maritim Verlages. Die Serie beschäftigt sich mit Werken der Genre Grusel und Horror und umfasst bisher zum Beispiel Titel wie Bram Stokers „Dracula“ oder Edgar Allen Poes „Der Magnesiteur“. Und bisher ist kein Ende der Serie in Sicht. Noch im Frühjahr 2005 soll mit „Das Elixier des Teufels“ die sechste Folge, im Herbst 2005 dann mit „Das Haus des Richters“ eine siebte Folge erscheinen. Das Besondere an der Reihe ist aber, dass alle Titel völlig unabhängig voneinander sind und eigentlich auch als Einzeltitel hätten herausgebracht werden können.
Die bei dieser Produktion mitwirkenden Sprecher können den Hörer auf voller Länge überzeugen. Vor allem Udo Schenk, der die Rollen von Jekyll und Hyde wunderbar interpretiert und beide individuell und völlig unterschiedlich gestaltet, verdient großes Lob. Doch auch Christian Rode als Mr. Utterson – dessen Lachen lediglich zu Beginn des Hörspiels leider etwas künstlich wirkt – und Eckart Dux als Dr. Lanyon sowie die übrigen Sprecher bewegen sich erfreulicherweise auf einem überzeugenden Niveau. Die die Handlung unterlegende Musik ist etwas zurückhaltend komponiert, was beim Hörer dennoch sehr atmosphärisch ankommt, da „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ eindeutig weniger auf Action denn auf Spannung und Grusel setzt. Auch die Geräusche sind, wenn auch dezent gesetzt, sehr passend gestaltet und ausgewählt. Lediglich eine ständig wiederkehrende Glockenmelodie, welche vermutlich mit dem Zweck, dem Hörer eine deutliche Assoziation zu London zu geben, eingesetzt wurde, nervt ein wenig. Dabei wäre eine derartige Assoziation überhaupt nicht nötig gewesen, denn auch aufgrund der sonstigen Atmosphäre des Hörspiels fühlt sich der Hörer in das London des späten neunzehnten Jahrhunderts versetzt. Sowohl die begleitende Musik als auch die Hintergrundgeräusche werden eher im Hintergrund gehalten, was aber genau zur atmosphärischen Dichte des Hörspiels passt und außerdem den positiven Effekt hat, dass die Sprecher in den Vordergrund gehoben und nicht überdeckt werden. Illustrator Timo Wuerz sorgt mit seinem Coverbild zum wiederholten Male dafür, dass ein Hörspiel der Maritim Produktionen auch optisch einen hervorragenden Eindruck bieten kann. Für seine kontinuierliche Leistung bei der Gestaltung sehr schöner und überzeugender Titelbilder gebührt ihm großes Lob.
Fazit: Der Maritim Verlag erweckt mit der fünften Folge seiner Reihe „Die schwarze Serie“ den Klassiker „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson in Hörspielform erneut zum Leben. Sowohl Sprecher als auch die Geräusch- und Musikkulisse wissen zu begeistern und kleinere Mängel wie zum Beispiel ein etwas magerer Einstieg werden meist schnell wieder wettgemacht. „Dr. Jekyll & Mr. Hyde” ist eine Hörspiel-Produktion, die überzeugen kann und die es sich zu kaufen und zu hören lohnt.
weitere Angaben:
Umfang: 2 CDs Laufzeit: ca. 86 Minuten Buch: Robert Louis Stevenson Sprecher: Udo Schenk, Christian Rode, Eckart Dux, Peter Groeger, Peter Bertram, Ursula Vogel u.a. Regie: Studio Maritim Produktion: Studio Maritim Verlag: Maritim Produktionen
Gesamt:
Anspruch:
Spannung:
Brutalität:
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Serie:
Die schwarze Serie
Autor:
Stevenson, Robert Louis
Verlag:
Maritim
Erschienen:
01.09.2004
Kritiker:
Valentino Dunkenberger
ISBN oderProduktID:
3937070397
Laufzeit:
ca. 86 Minuten
CD Anzahl:
2
Typ:
Hörspiel
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