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Das Inferno (Kritik)


Rezension von Jens Fleischhauer

Autor: Laymon, Richard


Aus der Reihe "Heyne Hardcore"

Los Angeles ist für vieles bekannt, unter anderem für Erdbeben und die gewalttätigen Aufstände von 1992. Wenn man beides zusammenfügt, dann ergibt sich eine große Katastrophe. In „Das Inferno“ hat Richard Laymon genau diese Bestandteile genommen und daraus einen Thriller um die Schülerin Barbara, ihren Vater und ihre Mutter geschrieben. Der Thriller passt nahtlos in eine Reihe anderer Romane von Laymon und enthält durchaus einige brutale Szenen. Wer eher psychologisch gewalttätige als in ihrer Schilderung brutale Thriller mag, wird mit Laymon nicht ganz glücklich werden, da seine Bücher ungemein spannend, aber eben auch blutig sind.

Ein gewaltiges Erdbeben erschüttert Los Angeles. Barbara ist gerade mit dem Fahrschulwagen unterwegs und wird in der Innenstadt erst aus dem Wagen gelassen. Zusammen mit drei Klassenkameraden muss sie zu Fuß den Heimweg antreten. Ihre Mutter wird zuhause verschüttet. Sie ist zwar unverletzt, aber nicht in der Lage, sich selbst zu befreien. Barbaras Vater war bereits in der Arbeit und muss nun ebenfalls zu Fuß den Heimweg antreten. Alle haben nur das Ziel, heil wieder zueinander zu finden. Doch anscheinend hat das Erdbeben aus den Menschen in Los Angeles die schlechtesten Seiten hervorgelockt. Plünderungen sind noch das harmloseste Verbrechen. Die Menschen ziehen umher, töten und verstümmeln wahllos. Mitten in diesem Geschehen müssen zwei Mitglieder von Barbaras Familie auf sich selbst gestellt ihren Weg suchen, immer auf der Hut vor Angriffen blutrünstiger Verrückter.
Barbaras Mutter hat es nicht besser erwischt. Zwar scheint ihr jemand helfen zu wollen, aber was sie nicht ahnt, ist, dass dieser Nachbar es schon lange auf sie abgesehen hat. Nun, da sie nackt in ihrer Wanne gefangen ist, scheinen die Phantasien des durchgedrehten Nachbarn Wirklichkeit zu werden. Er setzt alles daran, sein Objekt der Begierde zu befreien, zugleich aber auch für sich allein zu behalten. Jeder, der ihm in den Weg kommt, geht dabei ein großes Risiko ein.

Mit dem großen Erdbeben setzt die Erzählung von Laymon ein, parallel lässt er dann die Erlebnisse der einzelnen Familienmitglieder Barbaras ablaufen. Zunächst werden sie nur vor die üblichen Probleme bei Naturkatastrophen gestellt, dann entwickelt sich die Dramatik und zusehends wird es gefährlicher und brutaler. Immer weiter werden die einzelnen Protagonisten in aussichtslose Situationen geführt, die in allen drei Fällen unterschiedlich sind. Auf diese Weise wird die Spannung stetig gesteigert und gipfelt dann in einem großen Finale.
Abwechslung entsteht in diesem Band vor allem dadurch, dass die Hauptfiguren jeweils anderen existenziellen Problemen ausgesetzt sind und sich mit anderen Auswirkungen des Erdbebens abplagen müssen. Sie alle werden aber in brutale Situationen gebracht, die sicher überdreht, aber doch sehr spannend sind. Auf den über sechshundert Seiten des Romans entwickelt sich die Dramatik nur langsam, sodass das Buch stellenweise etwas langatmig wirkt. Sicherlich hätte man einiges prägnanter und kürzer fassen können, damit die Spannung konstanter und schneller ansteigt. Aber dennoch leidet das Buch nicht zu sehr darunter und stellt wieder einen von Laymons sehr dramatischen und übertriebenen Thrillern dar, die ihm zu Recht seinen bekannten Ruf eingebracht haben. Für Fans von Laymon sicherlich ein absolutes Muss, da mit dem abgedrehten Nachbarn wieder ein sehr sadistischer Täter vorhanden ist, aus dessen Sicht weite Teile des Romans geschrieben wurden.


Wertung:

Gesamt:

Anspruch:

Spannung:

Brutalität:

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Produkte (Laymon, Richard):
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Infos:

Serie:

Heyne Hardcore

Autor:

Laymon, Richard

Verlag:

Heyne

Erschienen:

01.06.2010

Kritiker:

Jens Fleischhauer

Sprache:

Deutsch

ISBN oder
ProduktID:

9783453675827

Seiten:

638

Preis:

9,95 €

Typ:

Taschenbuch

 

Laymon, Richard

Richard Laymon wurde am 14. Januar 1947 in Chicago geboren und verstab am 14. Februar 2001. Bevor er sich gänzlich dem Schreiben widmete, machte er einen Abschluss in englischer Literatur und arbeitete unter anderem als Lehrer und Bibliothekar. [mehr]