China Girl

21. Juni 2011 von Marcus Pohlmann

China Girl

Kategorie:

Darsteller: , , ,

Regie:

Filmstudio:

Genre:

FSK: 16

Laufzeit: 89 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.10.2009

Sprache: Deutsch

China Girl oder Krieg in Chinatown wie der Film von Abel Ferrara bei seinem Erscheinen 1989 hierzulande hieß war vor seiner Neuveröffentlichung bei epiX lange nicht mehr zu bekommen. Jetzt ist die Geschichte um einen Bandenkrieg zwischen Italienern und Chinesen in New York mit Versatzstücken der Romeo-und-Julia-Geschichte wieder auf dem heimischen Markt zu haben.

Der Film beginnt in einer Diskothek in der sich viele junge, nicht immer geschmackssicher gekleidete, Menschen unterschiedlichster Herkunft vergnügen. Ein besonderes Augenmerk richtet die Kamera dabei auf eine Gruppe recht ansehnlicher Asiatinnen die sichtlich Spaß haben. Langsam nähert sich ein junger Mann dieser kleinen Gruppe und tanzt recht intensiv mit einem der Mädchen, Tye, bis schließlich einige weitere Asiaten die Tanzfläche betreten und den angenehmen Abend jäh unterbrechen. Der Anführer der Truppe ist der Bruder eben jenes Mädchens das da so hemmungslos mit dem jungen Italiener, Tony, geflirtet hat. Um den Prügeln durch die zahlenmäßig überlegenen Chinesen zu entgehen entschließt sich dieser zu einer halsbrecherischen Flucht, die schließlich in einer Sackgasse endet. Doch glücklicherweise sind seine Freunde und der große Bruder des jungen Italieners zur Stelle, die sich eine wüste Prügelei mit den Chinesen liefern, die schließlich durch das Eingreifen der Polizei unterbrochen wird. Nach diesem ersten, turbulenten Treffen folgen weitere und der Flirt zwischen dem Italiener Tony und der Chinesin Tye entwickelt sich zu einer richtiggehenden Beziehung. Neben den Sorgen mit den jüngeren Geschwistern haben Alby, der Bruder von Tony und Tyes Bruder Yung Gan noch ganz andere Probleme, stehen beide doch kurz davor Verantwortung in den kriminellen Organisationen ihrer jeweiligen Landsleute zu übernehmen. Hier knüpft auch der zweite Handlungsfaden des Films an. Während die „alten Herren“ sowohl der Tong als auch der Mafia mehr für ein friedliches Miteinander eintreten bei denen beide Seiten ungestört ihren Geschäften nachgehen können, versuchen die jungen Heißsporne die Kontrolle über die illegalen Geschäfte an sich zu reißen, was letzten Endes zu Blutvergießen und zahlreichen Toten führt. Schließlich wollen die Anführer der Banden ihre Interessen unter allen Umständen wahren und schrecken auch nicht davor zurück die Störenfriede in den eigenen Reihen ruhig zu stellen. Auch Alby fällt den Rivalitäten zum Opfer und es kommt zu einer Konfrontation zwischen Tony und Yung Gan die, ebenso wie der Abschluss des Filmes, doch eine überraschende Wendung nimmt.

Natürlich ist die Handlung vorhersehbar, der Film strotzt nur so vor Klischees und auch die Modesünden jener Zeit sind für den Zuschauer schwer zu ertragen. Das China Girl trotzdem als gute Unterhaltung funktioniert liegt zum einen an den sehr engagiert agierenden Schauspielern. Zwar tummelt sich hier nicht die erste Garde Hollywoods doch ist der Film durchaus bis in die Nebenrollen gut besetzt, allen voran James Russo als großer Bruder Alby und der aus CSI: Miami bekannte David Caruso als psychotischer Schläger Mercury. Auch ein guter Teil der anderen Schauspieler ist dem Zuschauer durch zahlreiche Film- und Fernsehauftritten zumindest vom Sehen bekannt. Der zweite Punkt der den Film trotz der offensichtlichen Unzulänglichkeiten sehenswert macht ist die Fähigkeit des Regisseurs einem eigentlich ausgelutschten Thema immer neue Facetten abgewinnen zu können. Daraus ergibt sich zwar kein cineastisches Meisterwerk aber dafür einen ausgesprochen soliden Vertreter des 80er Jahre Action-/Gangster-/Teenie-Films reicht es allemal. Bild- und Tonqualität der DVD sind recht gut gelungen, auch die Synchronisation, meist eine Schwachstelle, ist durchaus hörenswert. Der Soundtrack ist ein großes Plus, untermalt er das Geschehen doch sehr passend und transportiert auch die nötigen Emotionen wenn es darauf ankommt. Die Extras beschränken sich leider lediglich auf einige Trailer aus dem epiX-Programm und können getrost vernachlässigt werden. Ein kleines Detail am Rande: dem Film wurde bei seiner Erstveröffentlichung auf VHS-Video eine FSK-Freigabe 18 angehängt, diese wurde aber, ohne sichtbare Schnitte für die DVD-Veröffentlichung auf FSK 16 herab gesetzt.

Trotz einiger Schwachstellen und der vielen Klischees ist Abel Ferrara ein spannender und unterhaltsamer Film gelungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.