Okko 3 – Das Buch der Luft

11. September 2011 von Marcus Pohlmann

Okko 3 - Das Buch der Luft

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ISBN: 978-3551767974

Format: Softcover

Seiten: 104

Preis: 19,90

Erscheinungsdatum: 01.09.2011

Sprache: Deutsch

Ziemlich genau zwei Jahre mussten die Fans von Okko warten bis Carlsen Comics mit Das Buch der Luft den dritten Teil der Geschichte um den Ronin und seine Begleiter veröffentlicht. In der schnelllebigen Comicwelt sind solch lange Verzögerungen immer problematisch kommen doch in dieser Zeit unzählige neue Serien und gehen auch wieder. Doch hat Autor und Zeichner HUB zumindest in den vorangegangenen Teilen bewiesen, dass er in der Lage ist eine packende und faszinierende Geschichte zu erzählen, die selbst nach längerer Wartezeit nichts von ihrer Spannung eingebüßt hat.

Auch dieser Band beginnt wieder mit den Erinnerungen des Mönchs Tikku, der in seiner Jugend in Begleitung des Ronin Okko, des nicht ganz menschlichen Kriegers Noburo und des nicht ganz nüchternen Priesters Noshin durch das Reich Pajan gezogen ist und dort Dämonen zur Strecke gebracht hat. Damals reiste die kleine Gruppe ins Reich der Lady Mayudama deren Tochter von einem mysteriösen Leiden geplagt wird, für das die örtlichen Heilkundigen und Weisen keinerlei Antwort haben. Mit Hilfe der von Noshin beschworenen Windgeister ist das Übel schnell ausgemacht und der Mönch kann das verfluchte Saiteninstrument, welches für die Krankheit der Tochter verantwortlich ist in einem gesegneten Kästchen verschliessen. In der Zwischenzeit erscheint auch der legendäre Dämonenjäger Kubban Kiritsu am Ort des Geschehens. Nach einem Kampf schwer verwundet ist sein zerschundener Körper seitdem in einem Bunraku, einer überlebensgroßen Kampfpuppe, untergebracht. Dieser Krieger möchte nun seiner Sammlung dämonischer Artefakte ein weiteres Stück hinzufügen, nämlich die Gesichtsmaske von Noburo dem Halbdämon und treuen Gefährten Okkos. Während dieser, gewarnt durch Unheil verkündende Omen, sich fernab in einem Teehaus amüsiert, kämpft der Ronin gegen den übermächtigen Gegner um das Leben seines Gefährten und verliert nicht nur seine Schwerthand sondern auch scheinbar sein Leben. Nur dem jungen Straßenräuber Magato und dem Einfluss der Lady Mayudama ist es zu verdanken, dass der Dämonenjäger nicht seinen eigentlich tödlichen Wunden erliegt. Auch der Mönch Noshin unterliegt mit seiner Magie den Schwertkünsten des Bunraku-Kriegers und wird als Lockvogel genutzt um Noburo schließlich doch zur Konfrontation mit Kubban zu bringen. Auch mit vereinten Kräften gelingt es Noburo und dem genesenen Okko nicht, den mächtigen Geisterjäger zu bezwingen und nur dem ungewöhnlichen Einsatz des jungen Tikku ist es zu verdanken, das die Geschichte um den Ronin hier nicht schon vorzeitig zu Ende ist. Nach dem Sieg über diesen Gegner warten allerdings noch einige Überraschungen auf den Leser, die hier nicht verraten werden sollen.

Die Dinge die auch schon die beiden vorhergehenden Teile ausgemacht haben zeichnen auch Das Buch der Luft aus. Stimmige Zeichnungen in HUBs sehr markantem Stil, detaillierte Szenen und eine dezente, gedeckte Colourierung ergeben zusammen mit der spannenden und auch überraschenden Geschichte einen Comic, der die lange Wartezeit fast völlig vergessen macht, die der Leser auf die neuen Abenteuer des Ronin und seiner Gefährten überbrücken musste. Nicht ganz so blutig und actionreich wie die vorangegangenen Teile entwickelt sich hier die Story eher behäbig und der Autor legt mehr Wert darauf die Stimmung aufzubauen, was ihm auch ausgezeichnet gelingt. In zahlreichen Rückblenden und Dialogen erhält der Leser zum ersten Mal einige Informationen über die Hintergründe und die persönliche Geschichte des Helden auch wenn es zumeist nur bei Andeutungen bleibt. Am Ende bleibt der Eindruck zurück, dass sich die Reise des Geisterjägers und seiner Gefährten langsam dem Ende zuneigt und so überwiegen die melancholischen Töne, da können selbst die spöttischen, bissigen Kommentare des Mönchs Noshin nicht wirklich etwas ändern.

HUB legt hier wieder einen rundum gelungenen Band vor, bei dem der Leser nur hoffen kann, dass die Fortsetzung der Geschichte nicht wieder zwei Jahre lang dauert.

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