Meeresfieber

7. Februar 2008 von Heike Rau

Meeresfieber

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ISBN: 9783791514116

Format: Hardcover

Seiten: 352

Preis: 15,90

Erscheinungsdatum: 01.08.2007

Sprache: Deutsch

Gegen den Willen der Familie ist Geertjes Vater mit der Ostindienflotte auf der „Ooievaar“ nach Batavia aufgebrochen. Geertje, seine Tochter, stellt sich vor, dass er reich zurückkehren würde und die Not der Familie dann ein Ende hätte. Doch die Matrosen, die vom Kap zurückkehren, erzählen, dass die Oievaar an der Küste zerschellt ist. Dass der Vater den Schiffbruch nicht überlebt hat, will Geertje nicht glauben. Sie kann sich nicht vorstellen, dass er ertrunken ist und klammert sich verzweifelt an den Gedanken, dass er noch lebt.
Weil Geertje glaubt, dass ihre Mutter sie nach einem Streit nicht mehr Zuhause haben will, beschließt Geertje fortzugehen. Unterkunft findet sie in einer Gastwirtschaft, wo sie alle Arbeiten erledigt, die ihr aufgetragen werden.
Im Stillen träumt Geertje davon, sich der Ostindienflotte anzuschließen, um ihrem Vater hinterherzureisen und ihn zu finden.
Für ein Mädchen ist das aber unmöglich. Doch Geertje hat eine Idee. Sie verkleidet sich als Junge, nutzt eine gute Gelegenheit und heuert auf der Eenhoorn als Kochsjunge an. Cornelis, der ihre wahre Identität kennt und ebenfalls auf der Eenhorn arbeitet, ist wenig begeistert davon. Er befürchtet, dass Geertje der Arbeit nicht gewachsen ist und das ohnehin über kurz oder lang jemand herausfindet, wer sie wirklich ist.
Doch zurückschicken lässt Geertje sich von ihm nicht. Auch wenn sie keinen guten Start auf der Eenhoorn hat, gibt sie ihr Bestes. Auf was sie sich eingelassen hat, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Reise der Eenhoorn wird für Geertje eine Herausforderung, die die Autorin in ihrem historischen Roman, der im 17. Jahrhundert spielt, sehr genau beschreibt. Besonders kritisch wird es, als das Schiff vor Brasilien in eine Flaute gerät und nicht mehr vorwärts kommt. Für Geertje wird diese Zeit als Bewährungsprobe geschildert. Ihre anfängliche Naivität legt sie angesichts von Hunger, Krankheit und einem tyrannischen Kapitän sehr schnell ab, bewahrt sich aber dennoch ihr Selbstvertrauen.
Die Autorin beschönigt nichts. Das Schiff wird zum Hexenkessel ohne Fluchtmöglichkeit. Für viele Matrosen wird es die letzte Fahrt sein. Für Leser ab zwölf wird das Buch so zu schwerer Kost.
Die Geschichte wirkt sehr aufwändig recherchiert. Die Autorin verwendet viele Begriffe aus der Schifffahrt, beschreibt diese aber auf verständliche Art und Weise im Anhang in den Worterklärungen. Sehr hilfreich ist auch eine beschriftete, sehr detailreiche Zeichnung der Eenhoorn, ebenfalls im Anhang zu finden. Auf dem Vorsatzblatt findet man zudem die Reiseroute der Eenhoorn in einer Karte eingezeichnet und kann diese genau mitverfolgen.
Die Charaktere im Buch sind gut beschrieben und wirken dadurch überaus lebendig. Die Hauptperson Geertje mit ihren Träumen, Wünschen und Zielen lernt man sehr gut kennen. Man trennt sich am Ende des Buches nur sehr ungern von ihr.

Fazit: „Meeresfieber“ ist ein sehr empfehlenswerter historischer Roman, der sehr gut recherchiert ist, viele Informationen zur Schifffahrt im 17. Jahrhundert enthält und sich außerdem ganz wunderbar lesen lässt.

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