Fundstücke – Schmuckstücke

9. Oktober 2008 von Heike Rau

Fundstücke

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ISBN: 978-3866309241

Format: Hardcover

Seiten: 90

Preis: 19,80

Erscheinungsdatum: 19.09.2007

Sprache: Deutsch

Wer aufmerksam durch den Wald geht und Sinn für die Natur hat, hat sie vielleicht schon einmal gesehen, die kleinen Gnubbel, die an Edelkastanien, Buchen und Eichen wachsen. Im Volksmund werden sie auch Schlangenei, Hexenei oder Baumei genannt. Der Autor findet die Bezeichnung Gnubbel allerdings treffender. Es sind Wundüberwallungen, in der Botanik Callusbildung genannt. Ein abgestorbener Ast eines Baumes beispielsweise wird so vom gesunden Baum getrennt.

Diese Gnubbel sind kleine Kostbarkeiten. Mit ein wenig Arbeit kann man sie in Schmuckstücke verwandeln, die den Betrachter verzaubern. Geschält und gesäubert sind sie wahre Handschmeichler mit einer ganz besonders intensiven Ausstrahlung. Auch ihre Form und die außergewöhnliche Zeichnung faszinieren.

Der Autor beschreibt, was ihn an den Gnubbeln so fasziniert und geht dabei auch auf geschichtliche Hintergründe ein, die ihn bis zu den keltischen Druiden geführt haben. Es kann also gut sein, dass die Menschen schon seit Urzeiten aus den Baumknollen Werkzeuge oder Schmuck hergestellt haben. So wird möglicherweise eine alte Tradition nun wiederbelebt.

Hat man einmal einen Blick dafür, findet man auch Gnubbel im Wald. Der Autor zeigt welche Bäume in Frage kommen und auf was man achten muss. Wer bisher nicht so häufig im Wald unterwegs war, bekommt Tipps, wie man sich dort verhält. Einmal im Gnubbelfieber kann es nämlich sein, dass man alles rundherum vergisst. Der Autor verrät, wie man die Gnubbel erntet, ohne dem Baum Schaden zuzufügen. Zuhause wird die Baumknolle dann geschält und gesäubert.

Das Buch ist kein Bastelbuch. Man findet keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Herstellen eines Schmuckstückes aus einem Gnubbel. Der Autor sensibilisiert vielmehr für dieses Wunder der Natur und betrachtet es auch aus mythischen Gesichtspunkten. Dem Gnubbel wohnt ein Zauber inne, den es zu entdecken gilt. Ohnehin – keines dieser Holzgebilde ist wie das andere. Man kann den geschälten und gereinigten Gnubbel gut lassen, wie er ist. Der Autor, der sich selbst als Holzschmied bezeichnet, verarbeitet sie aber auch zu Schmuckstücken, zu Kunstwerken oder Herstellung von Werkzeug. Man kann seiner Fantasie also freien Lauf lassen, sofern man über handwerkliches Geschick verfügt. Anregung bekommt man genug. Das Buch enthält zahlreiche Fotos von unverarbeiteten und verarbeiteten Gnubbeln. Schon diese Bilder faszinieren so sehr, dass man am liebsten sofort in den Wald aufbrechen möchte.
Dem Autor gelingt es mühelos, den Leser gefangen zu nehmen. Seine Faszination für Holz wird spürbar.

Fazit: „Fundstücke – Schmuckstücke“ ist ein ganz besonderes Buch mit einem außergewöhnlichem Thema. Wer immer dieses Buch in die Hand nimmt, hat bald darauf ein neues Hobby, das es unter der Anleitung des Autor zu entdecken gilt.

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