Die Boskampi

7. Februar 2008 von Heike Rau

Boskampi

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ISBN: 978-3-551-5542

Format: Hardcover

Seiten: 92

Preis: 12,00

Erscheinungsdatum: 01.07.2006

Sprache: Deutsch

Der neunjährige Rik war noch ein Baby als seine Mutter starb. Sein Vater hat seit dem nichts mehr am Haus gemacht. Rik wohnt sehr zu seinem Leidwesen immer noch im Babyzimmer und muss tagtäglich die Tapete mit den gelben Küken ertragen. Sogar der Wickeltisch steht noch im Zimmer.
Als Riks Vater abends zum Schach geht, sieht er sich heimlich einen Film an. „Die Rache des Don Clemenza“. Besonders beeindruckt ihn Don Clemenzas Enkel, der zum Geburtstag um die hundert Geschenke bekommt. So ein Mafiakind hat es gut.
Am nächsten Tag erfährt Rik, dass er mit seinem Vater umziehen muss, weil dieser befördert und in eine andere Bankfiliale versetzt worden ist. Der Vater mag keine Veränderungen, Rik dagegen freut sich, bedeutet es doch, dass Rik sein Babyzimmer endlich loswird.
Rik will ein ganz neues Leben mit seinem Vater anfangen, als Mafiafamilie. Der Umzug geht reibungslos vonstatten und das Mafialeben kann beginnen. Mit ein paar Tricks und Überredungskunst veranlasst Rik seinen Vater sich genauso mafiamäßig zu stylen, wie sich selbst. Aus Rik und Paul Boskamp werden Rikki und Paulo Boskampi.
Als Rikki im Viertel einen anderen Jungen kennen lernt, merkt er aber, dass er noch nicht als Italiener durchgeht. Er muss sich also etwas einfallen lassen und noch eine Menge dazulernen. Schließlich muss er schon am nächsten Tag in die Schule und da muss seine neue Identität perfekt wirken.

Kinder haben eine blühende Fantasie. Die Autorin nutzt diese für ihr Buch geschickt aus und hat eine passende Geschichte konstruiert. Sie zeigt, wie unzufrieden Rik mit seinem Leben ist und wie er den Umzug ausnutzt, um etwas zu verändern. Das macht er richtig gut, auch wenn seine Fantasie kräftig über das Ziel hinausschießt. Aber gerade das macht die Geschichte für Kinder so spannend. Es ist faszinierend, zu lesen, wie Rik damit zunächst durchkommt und sein Leben tatsächlich eine entscheidende Wendung nimmt. Selbst seinen Vater spannt er sehr geschickt für seine Zwecke ein, ohne ihm zu offenbaren, was eigentlich läuft. Die Autorin beschreibt, wie Rik praktisch das ganze Viertel beeinflusst. Bald begreift jeder, dass man zur Familie Boskampi sehr freundlich und zuvorkommend sein muss. Hier spielen auch ein paar lustige Zufälle mit hinein, welche die Nachbarn in Angst und Schrecken versetzten und verdeutlichen, dass die Mafia nun nebenan wohnt. Rik weiß bestimmte Vorkommnisse geschickt für sich auszunutzen. Das ist ein Spaß!

Die Autorin macht aber auch klar, dass es Grenzen gibt. Im Buch darf man der Fantasie natürlich freien Lauf lassen. So regt die Geschichte Kinder zum Träumen und Fantasieren an.
Vom Schreibstil her liest sich die Geschichte ganz wunderbar. Sie ist für Kinder ab neun Jahren geeignet. Die Seiten sind sehr übersichtlich gestaltet und mit ansprechenden schwarz/weißen Bildern aufgelockert.

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