Dicks 2

5. Juni 2014 von Marcus Pohlmann

Dicks 2

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ISBN: B00H7F6B86

Format: Softcover

Seiten: 148

Preis: 16,95

Erscheinungsdatum: 01.12.2013

Sprache: Deutsch

Über den irischen Comic-Autor Garth Ennis müssen eigentlich keine großen Worte verloren werden. Er sollte, zumindest vom Namen her, jedem Freund der bunten Bildergeschichten ein Begriff sein. Neben seinen großen Mainstream-Projekten mit den führenden Verlagen der Branche veröffentlicht er immer wieder kleine, recht obskure Geschichten, die für die breite Masse der Leserschaft meist nur schwer verdaulich sind. Dies trifft ganz besonders auf die Storys um die Belfaster Ivor Thompson und Dougie Patterson zu, die sich im ersten Teils von Dicks mit Gangstern, untoten Haustieren, degenerierten Hinterwäldlern und Ivors Mutter herum schlagen mussten. Auch der zweite Band wird von Panini Comics veröffentlicht und greift die Geschichte der beiden Protagonisten einige Jahre nach den Ereignissen aus dem Vorgängerband wieder auf.

Die Detektivkarriere unserer beiden Helden verlief weitgehend erfolglos, daher deutete sich schon am Ende des ersten Bandes ein neues Beschäftigungsfeld an: Gemeinsam mit ihren Kumpels Willy, Spence und dem Wichser gründen Ivor und Dougie eine Band. Auch die Namenswahl ist schnell erledigt und schon bald spielen die „Dicks“ ihren ersten Gig vor einem äußerst kritischen und gewaltbereiten Publikum. Letztendlich gelingt es ihnen jedoch die Zuhörer mit dem schönen Titel „Fickt Euch! (Ihr Euch auch!)“ zu überzeugen und können sogar den zwielichtigen Manager Dutchy für sich gewinnen. Mit diesem nimmt die Karriere der „Dicks“ tatsächlich rasch an Fahrt auf und sie gehen auf großangelegte Tour in die Vereinigten Staaten. Hier landen Ivor und Doughie, nach einigen Wirrungen, einem Treffen mit dem Präsidenten und der Trennung von ihren Bandkollegen unfreiwillig im Space Shuttle. Ihr Flug führt sie in den Weltraum und geradewegs zum Invasionsschiff der außerirdischen Schwengel. Diese wollen mit ihrem Spaltstrahl die Aggressionen auf der Erde, und vor allem in Belfast, schüren und zwei gewaltige Monster erwecken. Glücklicherweise gelingt es unseren beiden Helden die Katastrophe abzuwenden und sowohl Monster als auch Außerirdische zu besiegen.
Die zweite Geschichte des Bandes beginnt mit einem Findelkind vor der Tür der Protagonisten. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus bemerken sie, wie halb Belfast kollektiv durchdreht und eine Welle von Plünderungen, Morden und Wahnsinn durch die Stadt schwappt. Doch auch im Krankenhaus kann man den beiden nicht helfen und so machen sie sich wieder auf den Heimweg. Dort stellen sie fest, dass Satan persönlich der Vater des Kindes ist und der Kleine die Weltherrschaft antreten soll. Um ihn letztendlich aufzuhalten müssen Ivor und Dougie auf ungewöhnliche Waffen zurückgreifen.
In der dritten und letzten Story des Bandes arbeiten die beiden wieder als Detektive und versuchen eine Mordserie aufzuklären. Die Umstände unter denen die Opfer, alles ehemalige IRA-Killer, ums Leben kamen sind äußerst mysteriös und erfordern den ganzen Spürsinn von Ivor und Dougie. Schließlich können sie den Mörder ermitteln, ebenfalls ein ehemaliger IRA-Mann, der allerdings von seinen Kameraden vor Jahren getötet wurde und nun als dämonischer Scheißhaufen Rache nimmt. Drei kurze Geschichten, die nichts mit den „Dicks“ zu tun haben runden schließlich diesen Band ab.

Wie auch schon im ersten Teil sind die Ideen die Garth Ennis in Dicks verarbeitet völlig durchgeknallt und abstrus. Dem Autor gelingt es immer dem Plot noch eine weitere Wendung hinzuzufügen und den Leser noch mehr zu irritieren. Anders als im Vorgängerband behält Ennis hier jedoch die Übersicht und die Geschichten funktionieren für sich genommen recht gut, wirken weder überfrachtet noch aus Versatzstücken zusammengesetzt. Dies macht den Band für den normalen Comic-Konsumenten zwar nicht unbedingt erträglicher, erleichtert es aber den drei Hauptstories zu folgen.
Die teilweise expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen werden durch den cartoonartigen Zeichenstil von John McCrea deutlich abgemildert. Dieser legt hier eine Vorliebe für klare Linien und kräftige Farben an den Tag und hält sich dabei nicht sonderlich mit detaillierten Charakterzeichnungen oder umfangreichen Hintergrundbildern auf.

Wer eine Schwäche für Comics mit kaputten Charakteren, abstrusen Stories, sinnloser Gewalt und derben Obszönitäten hat, wird mit dem zweiten Teil von Dicks sicherlich nicht enttäuscht werden.

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