A Better World

24. Juni 2016 von Johannes Heck

A Better World

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Format: E-Book

Seiten: 391

Preis: 5,99

Erscheinungsdatum: 17.06.2014

Sprache: Englisch

Nick Cooper hat seine Undercover-Mission beendet. Der Leiter der mächtigen Regierungsorganisation DAR ist tot, der Präsident gestürzt und vor Gericht, der Terrorist John Smith als unschuldig Verfolgter rehabilitiert. Das Leben könnte so schön sein. Doch für andere fängt der Spaß gerade erst an. Die Children of Darwin erheben sich in den ganzen USA. Eine Gruppe von Abnormen, die das Werk des scheinbar rehabilitierten John Smith fortsetzen. Doch diesmal wird es viel schlimmer. Darwins Armee stürzt durch gezielte Terrorakte drei amerikanische Städte ins Chaos und Nick Cooper wird von einem verzweifelten Präsidenten als Berater engagiert. Denn die Situation gerät zunehmend außer Kontrolle. Hinter den Kulissen werden die Strippen gezogen und selbst der Präsident scheint bald nur noch Spielball jener Mächte in den Schatten zu sein, die das Land unaufhaltsam auf einen Bürgerkrieg zusteuern.

Ging es im ersten Band der Trilogie noch um das persönliche Duell zweier Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und das Aufdecken einer Verschwörung, so werden die Einsätze nun erhöht. Immer schneller eskaliert die Spirale der Gewalt und es wird deutlich, dass Fraktionen auf beiden Seiten einen Krieg wollen. Nur selten wird die Stimme der Vernunft in diesen Tagen gehört und selbst wenn, so kann sich Cooper kaum gegen die mächtigen Kriegstreiber auf beiden Seiten behaupten. Hatte man im ersten Band noch annährend das Gefühl das sich zwei gleichwertige Gegner gegenüberstehen, so fehlt eine gleichwertige Opposition hier nun völlig. Der neue Präsident wird als unfähiger Schwächling dargestellt, die Kriegstreiber im Hintergrund schalten scheinbar nach Belieben. Einzig ihre idiotische Vorstellung sie könnten die Abnormen bekämpfen wie einen konventionellen Feind macht sie verwundbar.

Cooper kämpft mit aller Kraft gegen die drohende Eskalation. Unterstützung erhält er insbesondere durch den legendären Milliardär Erik Epstein. Mit seiner Enklave für Abnorme mitten in der Wüste von Wyoming stellt er das offensichtlichste Ziel für einen konventionellen Gegenschlag durch die US Regierung dar. Nach und nach erkennt Cooper, dass hinter dem ganzen Chaos ein langfristiger Plan steckt. Niemand anderes als John Smith wäre in der Lage ein solch komplexes Gefüge mit einem Vorlauf von mehreren Jahren mit öffentlicher Unschuldsmiene zu orchestrieren. Und so kommt es wie es kommen muss. Cleveland geht in Flammen auf, langjährige Nachbarn bringen sich gegenseitig um und der Präsident muss hilflos mit ansehen, wie die Armee der Vereinigten Staaten die eigenen Bürgen in Wyoming angreift.

Auch wenn der zweiter Teil der Trilogie viel von einem klassischen Füllband hat, so kann er mit vielen guten Seiten Punkten. Die ständige Eskalation der gesamtpolitischen Lage treibt die Handlung selbst dann weiter voran, wenn Nick Cooper eine kurze Auszeit mit seiner Familie nimmt. Die Antagonisten sind so widerwärtig, dass man schon fast über die lachhaften Verschwörungtheoretikerplots hinweg sehen kann. Viele der Figuren sind stark beschrieben und gerade ob ihrer inneren Spannungen glaubhaft. Insbesondere die starken Frauenfiguren in diesem Teil gefallen mir sehr gut. Selbst wo sie nur die Funktion der Ehefrau eines zentralen Protagonisten haben, werden sie hervorragend als starke und kluge Frauen in Szene gesetzt. Dies gilt natürlich auch wieder für Shannon Azzi. War es im ersten Teil an Cooper, sich mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen, so ist nun sie an der Reihe. Als Freund von John Smith muss sie sich fragen, auf welcher Seite sie stehen will, wenn es zum Äußersten kommt.

Dort wo Sakey bislang gut war, ist er auch hier wieder gut. Der große Handlungsbogen bleibt spannend, die Actionsequenzen sind hervorragend geschrieben und die starken Figuren sind wirklich stark. Leider gibt es hier auch Teile, die deutlich dahinter zurückbleiben. Der gesamte Handlungsstrang um Dr. Ethan Park ist in seiner Detailliertheit einfach viel zu langatmig und stellenweise geradezu irritierend. Die Kriegstreiber im Weißen Haus sind mir teilweise zu zweidimensional und John Smiths eiskalter Killer Soren Johansen gleitet unnötig in Richtung des Phantastischen ab. Wenn dann im Finale das Weiße Haus bombardiert wird und die Welt scheinbar in Flammen untergeht, dann bleibt ein schaler Beigeschmack zurück. Rasante Action und die fortschreitende Eskalation legen ein rasantes Tempo vor. Doch am Ende stellt sich doch nur die Erkenntnis ein, dass John Smith mit Phase II noch nicht am Ziel angekommen ist.

Fazit

Marcus Sakey legt mit dem zweiten Teil seiner Brilliance-Trilogie wieder ein solides Buch vor. Die handwerkliche Klasse seiner Texte ist unbestreitbar und überdeckt die Schwächen in seiner Erzählung. Für mich bleibt der Band jedoch trotz eines ganzen Bauchladens voller Knalleffekte hinter seinem Vorgänger zurück. Wer über die Elemente aus der klassisch-amerikanischen Verschwörungstheorie hinwegsehen (oder sich gar daran erfreuen) kann und sich nicht an den länglichen Passagen um die Nebenfigur des Ethan Park stört, der kann hier einen rasanten Durchmarsch zum dritten Teil genießen.

Die Brilliance-Trilogie findet ihren Abschluss im Band Written in Fire.

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