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Autor Thema: [Autor] Richard Laymon  (Gelesen 9738 mal)
Jens
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« Antworten #30 am: 17 April 2008, 10:32:33 »

So, ich habe das Buch durch und fand es etwas enttäuschend. Es ist ganz anders als die anderen Bücher von Laymon, weniger spannend, weniger Action und weniger Tote.
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Julia
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« Antworten #31 am: 17 April 2008, 10:36:28 »

Gerade deswegen fand ich es gut. Ich war zunächst ja auch etwas verwirrt, weil man das so nicht gewöhnt ist und ich auf jeder Seite erwartet habe, das jetzt das dicke Ende kommt. Aber im Großen und Ganzen fand ich es erfrischend anders. Nur die vielen Einschübe haben gelegentlich genervt, so unterhaltsam sie auch waren...
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..denn sie sind nackt, aber Spiegel besitzen sie. Dahinein pressen sie uns, dünn wie ein Gedanke zwischen zwei Buchseiten- sofern etwas von uns bleibt

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Jens
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« Antworten #32 am: 17 April 2008, 11:11:30 »

Das Buch war so gar nicht Laymons Stil. Ich fand es nicht überzeugend, wenn es auch deutlich realistischer war als alle anderen Bücher. Aber dadurch ging eine Menge Spannung verloren.
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Julia
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« Antworten #33 am: 17 April 2008, 11:16:31 »

ich denke dabei kommt es drauf an, ob man bei einem Laymon Titel etwas anderes erwartet hat, als das, was hier heraus gekommen ist. Mal abgesehen von seinem Stil, den er ansonsten beibehält, ist die Geschichte ok und der Verlauf ebenso. Wenn man jetzt aber eben mehr Gemetzel, Vergewaltigungen und Tote erwartet hat, weil das in seinen Büchern eben so ist, kann man hier schon enttäuscht sein ^^
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Jens
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« Antworten #34 am: 17 April 2008, 11:53:42 »

Ja, wenn man die anderen Bücher gelssen hat, dann erscheint dieses Buch sehr soft und hebt sich deutlich von den anderen ab. Das, was er an Spannung in den anderen Büchern aufbaut, kommt hier nicht so gut rüber...
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Erebos
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« Antworten #35 am: 17 Juni 2008, 15:53:59 »

Nun, man soll ja nicht schlecht über Verstorbene reden / schreiben aber er hatte schon sehr krasse Ideen und Gedanken. Er hat sie dann allerdings auch recht unterhaltsam zu Papier gebracht. Und das ist es ja was Bücher in der Regel auch sollen - unterhalten. Sicherlich sind die Handlungen seiner Charaktere nicht immer logisch..  aber handelt der Mensch denn immer logisch und vernünftig? Wohl eher nicht.
Wie auch immer - ich freue mich auf die nächsten Bände von ihm die noch übersetzt werden. In nächster Zeit können wir uns da wohl auf - Jahrmarkt des Grauens, Haus der Schrecken, Die Show und Der Keller ( 3 Romane in einem Band ) einstellen.
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Julia
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« Antworten #36 am: 06 Oktober 2008, 12:33:21 »

Ich habe "Der Keller" gelesen. Hier sind drei Romane rund um das Horrorhaus drin gesammelt und veröffentlicht worden. Alle drei Romane wurden zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben und da merkt man schon, wie sich sein Schreibstil mit der Zeit verändert hat.

Eigentlich haben mir seine Bücher bisher immer ganz gut gefallen, trotz der Gewalt und den vielen Vergewaltigungen und allem, was einen im Grunde sauer aufstoßen lässt.
Diesmal ist er für meine Ansicht aber ein Stück zu weit gegangen. Das es ein böses Monster gibt, das in einem Horrorhaus wohnt und bei Nacht seine Opfer nicht nur zerfetzt, sondern sich auch an ihnen vergeht, kann ich noch schlucken...aber dass der Ex-Mann der Hauptperson im ersten Buch, sich an einem achtjährigen Mädchen vergeht und zwar immer wieder, stößt mich extrem ab.
Es ist nicht nur, dass man weiß, das er es tut, sondern das Laymon beschreibt, WIE er es tut und Worte und Satzgefüge verwendet, die man ansonsten in Liebesromanen liest und die dort schön findet. Wenn ein Mann eine Frau beispielsweise so sehr begehrt, dass ihm die Luft wegbleibt und er sich mit aller Gewalt klar machen muss, dass er jetzt besser die Finger von ihr lässt weil xy (beispielsweise sie in der Öffentlichkeit sind, sie gerade nicht in Stimmung ist oder sonstwas), ist das in einer Beziehung zwischen zwei Erwachsenen vollkommen in Ordnung. Das das dann auf ein Kind angewendet wird, das mit der Zeit immer appatischer wieder, finde ich krank, übelkeitserregend und abstoßend.
Damit kann ich nun wirklich nichts mehr anfangen...

Hat noch jemand das Buch gelesen und das vllt nicht so krass empfunden wie ich? Oder genau diesselben Probleme mit diesem Buch?
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Jens
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« Antworten #37 am: 06 Oktober 2008, 13:18:13 »

Irgendwie erinnert mich dein ommentar an die Diskussion die es nach Nabokovs "Lolita" gab...  Wink Ich kann verstehen was du meinst, ohne das Buch bisher gelesen zu haben, denke aber, dass Laymon doch etwas erreicht hat, wenn man deine Reaktion ansieht. Denn das du so reagierst, das kann man ja auf das, was er schreibt, zurückführen. Es ist doch toll, wenn Bücher Reaktionen hervorrufen...
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« Antworten #38 am: 06 Oktober 2008, 13:37:36 »

ich habe nichts dagegen, wenn Bücher Reaktionen hervorrufen.

Ich distanziere mich davon, Laymon mit Nabokov vergleichen zu wollen, der war immerhin revolutionär, da kann ich mich noch hinsetzen, nicken und es so hinnehmen und ich glaube sie war auch etwas älter, oder, bin mir nicht mehr sicher? (ich will jetzt auch keine Haarspalterei betreiben.) Sexueller Misbrauch ist oft Bestandteil einer Geschichte, auch der an Kindern. Es geht hier direkt um die Deutlichkeit, die einfach nicht sein müsste und um die intesive sexuelle Beziehung, die der Kerl mit der kleinen achtjährigen aufbaut. Dabei scheut er sich nicht, sie nicht nur mehrfach zu vergewaltigen, sondern sie auch körperlich zu misshandeln. Es genügt, das anzudeuten, damit dem Leser schlecht wird, aber der Autor beschreibt das Detailliert. Beispielsweise die erste Szene, in der er sie "sauber machen will" und sie dafür in die Badewanne setzt und sich gleich mit dazu. Mit allem drum und dran. Die Mutter, mit dem Messer im Bauch, versucht noch ihn umzubringen, was ihr leider nicht gelingt, also muss das Kind mitansehen, wie er ihre Mutter umbringt, bevor er sich an ihr vergeht.
Das sind alles so Sachen, da komme ich nicht mit zurecht. Es gab keine Warnung auf dem Buchrücken, die hatte man bei Nabokov immerhin, da konnte man das Buch sein lassen, wenn man soetwas nicht lesen will, hier habe ich einen typischen grausamen Laymon erwartet, aber keine Kinderschändung.
Sowas geht mir wirklich zu doll an die Nieren, als das ich daran noch Gefallen finden würde.
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« Antworten #39 am: 06 Oktober 2008, 14:00:29 »

Ein Autor der das, was er schreibt, mit einem gewissen Realitätsanspruch versehen will, der muss halt deutlich werden. Was man offen lässt und was man ausspricht, ist eine Frage des Stils. Laymon ist immer derjenige gewesen, der das ausspricht, was andere offen lassen. In dieser Hinsicht ist der Nabokov Vergleich doch wieder treffend, da beide bestimmte Tabus gebrochen haben. Entweder thematisch oder in der Deutlichkeit der Darstellung. Vor allem denke ich, dass man Laymon deshalb nicht kritisch gegenüber stehen kann oder Entrüstung über Laymon zeigen sollte, weil er nicht verherrlicht, sondern darstellt. Man kann also nicht mit Kritik an Laymon herantreten, sondern muss überlegen, warum es einen so pickiert. Eine solche Reaktion wird wohl auch die gewesen sein, die Laymon sich wünschte...
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« Antworten #40 am: 06 Oktober 2008, 19:39:28 »

gut, wenn du das so locker sehen kannst, ich kann das aber nicht und fühle mich von diesem Buch um Längen mehr abgestoßen, als "Lolita" es jemals bei mir geschafft hat...
Was Laymon nun gewollt hat oder nicht kann ich nicht sagen, aber ich komme mit diesem Buch in diesem Sinne wirklich nicht zurecht!
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« Antworten #41 am: 06 Oktober 2008, 22:10:17 »

Ich habe nicht Lolita mit dem Buch oder Laymon mit Nabokov verglichen, sondern nur die Reaktionen. Dass man Lolita und Laymons Bücher nicht vergleichen kann, ist selbstverständlich. Laymon schreibt eben auf eine harte und teils sehr realistische (und teils sehr überdrehte) Art, die nichts aus lässt.
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Kaishin
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« Antworten #42 am: 10 Oktober 2008, 17:41:38 »

Das wird auch der Grund sein, warum die Romane in der Heyne Hardcore-Reihe erscheinen.
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« Antworten #43 am: 10 Oktober 2008, 17:47:50 »

klar!
In seinen Büchern geht es immer richtig ab, mit Massenvergewaltigung und Blutbad, Gemetzel und was weiß ich was. Das heißt es ist in dieser Sparte genau richtig aufgehoben, damit man vorgewarnt ist.
Ich war sehr, sehr, sehr geschockt, nachdem ich das erste Buch von ihm gelesen habe, aber das macht auch seinen "Reiz" aus. (Jens hat mich damals drauf gebracht, ich dachte, ich schau da jetzt auch einfach mal rein)
Nur ist bei mir der Bogen überspannt mit dem "Missbrauch von Kindern". Da ist meine absolute Schmerzgrenze und ich kann und will das Buch nicht zu Ende lesen ^^
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« Antworten #44 am: 01 Dezember 2008, 11:40:39 »

Lese gerade "Die Show" und habe den Eindruck, dass es eines von Laymons unblutigsten und am wenigsten brutalsten Büchern ist. Es ist sehr spannend, aber weicht doch etwas ab. Obwohl man nie weiß, was sich noch auf den letzten 120 Seiten ergeben wird, da kann es noch hart hergehen.
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