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Autor Thema: Gedicht - Krieg  (Gelesen 1962 mal)
youssefmira
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Beiträge: 1


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« am: 17 Mai 2009, 16:51:31 »

 (Tag 13 eines) Krieg (es)


Gestern (zwölf) Kinder
Heute ein UN-Wagen und (drei) Kinder
Und Morgen, wie viele?
Wie viele Frauen? Wie viele Männer?
„Schießt die Terroristen nieder! Schießt die Terroristen nieder!“
Brüllt die eine Welt.
„Stopp dem Krieg! Stopp dem Krieg!“
Brüllt eine andre Welt.
Der Niemand, der ich bin, pfeift auf beide Lager…

Tag 22
…und doch weint er um die anderen Araber,
Um unter Andren den König ohne Eier,
Und organisiert eine Demo auf  Papier
Und bezieht ein zu fadenscheiniges Revier.

Auch er nichts weiter als ein stummer Zuschauer,
Der jämmerliche Schaulust auf ewig pflegt;
Ein Feigling, jawohl, der Gemütlichkeit einer
Und er weiß nicht einmal, ob er noch etwas hegt.

Und angesichts in die Höhe schnellender Zahlen
Fragt er sich: hat unser aller Gott es gewollt?
Oder wer hatte hier noch wem was versprochen?
Ein epischer Abgott? Sykes-Picot? Ein Balfour?

Solch ein ewiges Boom-Boom kann nicht von Göttern
Gelobet worden sein. Niemals! Gewiss niemals!
Ich fordere den Suchenden in mir heraus
Und sieh einer an! Er habe ein Verzeichnis
Der eignen Fehler, und verlogene Einsicht
Denn als er sich anschickte zu suchen,
Wurde er, selbstredend, bei sich stutzig.

„Komm mir gefälligst nicht damit! Kapiert?“
Und der Diskurs geht wieder von neuem los.
Manch einer hat das Leid relativiert
Manch andrer, über den eigenen Schmerz brütend,
Rast gen des Sicherheitsdünkels Schoß.
Worte fallen wie „Kollektiv- Strich- irgendwas“,
„Individuelles“, gefolgt von Vokabeln, bestehend
Aus zwei, drei, vier Diphthongen. Ach was!

Die Welt scheint doch irgendeinen Wildbach
Hinunterzugehen - dass ich nicht lach’.
Boom, krach, boom, krach, boom, boom, boom krach.
Kamerad!... Lass mir den Frieden,
Mein Unbehagen und ein letztes „Ach…!“!
Gespeichert
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