Jasmin
Gast
|
 |
« am: 06 März 2006, 23:49:35 » |
|
Opfer
Es war ein lauer Sommertag. Die Sonne blinzelte ab und zu durch die Wolken und das Gras war grün. Undzwar im wahrsten Sinne des Wortes. Chris saß mit ihren beiden besten Freunden Nic und Allis in ihrem Zimmer. Der Fernseher lief und der Raum war erfüllt mit dem Geruch von verbrannem Hasch. Sie saßen still nebeneinander und sahen mit leerem Blick in die Glotze. Ein ganz normaler Nachmittag in den Ferien. Ab und zu fing einer der drei ohne Grund an zu lachen, die andren dachten nicht nach und lachten mit. Nach wenigen Minuten war der Raum dann wieder still. Doch es war nicht immer so. Manchmal überlegte Chris wie es soweit gekommen war. Angefangen hatte es alles doch so harmlos auf einer Party. Damals war sie 14. Sie war total verliebt in einen Jungen. Und irgendwann unterhielten sie sich und er fragte sie ob sie nicht Lust hätte mal mit ihm einen Joint zu rauchen. Da konnte sie doch nicht Nein sagen. Und das Gefühl danach, das wird sie nie vergessen. Es wird nie wieder kommen. Inzwischen ist sie so tief in einem Drogensumpf gefangen dass sie allein Fünf Joints rauchen muss um sich ein bisschen benebelt zu fühlen. Jetzt ist sie 16 und total am Ende. Sie hatte einfach zuviel erlebt. Vieles das anderen ihr ganzes Leben lang erspart bleiben wird. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall als sie 10 war. Seit dem lebte sie bei ihren Großeltern. Ihr großer Bruder hat sich kurz nach dem Unfall ihrer Eltern eine Überdosis Heroin verpasst. "Es ging nicht mehr. Ich ertrage mein Leben nicht mehr. Die goldene Nadel ist meine letzte Entscheidung die ich getroffen habe. Entschuldigt.", dass stand in seinem Abschiedsbrief den die Polizei gefunden hatte. Also war die Veranlagung zum Junkie bei ihr schon immer da. Sie fragte sich oft "Warum ich??". Früher kiffte sie um Spaß zu haben, um sich frei zu fühlen. Und jetzt? Jetzt kifft sie nur noch um vor ihren Problemen und Sorgen wegzulaufen. Doch sie holen sie immer wieder ein. Nach jedem einzelnem Zug an der verdammten Tüte waren sie wieder da. Die quälenden Gedanken über ihr Leben. Wie tief war sie gesunken? Wird sie jemals ein normales Leben führen so wie jeder andre Jugendliche in ihrem Alter? Solche Fragen stellt sie sich tagtäglich. Vielleicht sollte sie sich einfach umbringen. Sie würde den anderen damit vielleicht viel Kummer und viele Sorgen ersparen. Aber um den entscheidenden Schritt zu tun fehlt ihr der Mut. Vielleicht wird ja alles besser. Der Gedanke hielt sie immer am Leben. Genauso wie der Gedanke an ihren Freund, Benni. Ihr ein und alles. Wäre er nicht, wäre sie bestimmt nicht mehr am Leben. Sie liebt ihn über alles. Ihn zu verlieren wäre ihr Ende. Im moment sitz er gerade in der Arbeit und wird später noch zu ihr kommen. Benni weiß nichts von ihrem heftigen Drogenproblemen. Er wusste zwar dass sie auf Partys manchmal einen kleinen Joint raucht, aber er weiß nicht welche Gelgenheiten sie als Party definiert. Sie wollte ihm nie etwas davon erzählen wie oft sie stoned war. Es würde alles nur schwerer machen. Sie dachte er würde sie nicht verstehen. Und so blieb es ein Geheimniss zwischen ihr und ihren Freunden. Bis jetzt. Benni platzte unerwartet in ihr Zimmer. "Ich hatte früher Schluss und dachte ich überrasche dich.... einfach.... mal..." Die letzten Worte kamen immer langsamer aus seinem Mund als er merkte was sich da bei uns abspielte. Kein Wunder. Man musste es merken, wenn man bedenkt wie es hier aussah und was für ein Geruch im ganzen Stockwerk hing. Er sah die drei fassungslos an, Nic und Allis sahen sich an und bekamen einen ihrer Lachanfälle bei denen Chris sonst auch mitgelacht hat. Aber im moment war ihr nicht nach Lachen. Sie sah tief in seine traurigen, verlorenen Augen. Sie sah ihm an wie enttäuscht und verletzt er war. Sie hätte es ihm sagen müssen. Dann wäre es nicht soweit gekommen. Er sah sie einen Moment lang still an und drehte sich dann in der Tür um und ging. Chris wusste nicht was sie jetzt machen sollte. Sie wollte ihm hinterher laufen aber sie war irgendwie viel zu fertig um aufzustehen und die Treppen runter zu gehen. Aber sie musste mit ihm reden. Also raffte sie sich auf und lief ihm so schnell sie konnte hinterher. Endlich holte sie ihn ein, kurz bevor er in sein Auto steigen wollte. Sie war völlig auser Atem und brachte kein Wort raus. Wieder sah er sie mit einem Blick an den sie nicht ertragen konnte. "Steig ein, wir müssen reden", meinte er nur und stieg in seinen dunkelroten Wagen. Sie folgte ihm ohne ein Wort zu sagen. Er fuhr langsam die Straße entlang und stoppte dann auf einem Parkplatz vor seinem Haus. Er fing an zu reden. Er erzählte ihr soviel von seinen Eltern die ihn von Zuhause rausgeschmissen hatten und von seinen Freunden die alle im Knast waren weil sie mit Drogen gedealt hatten.Sie wusste nichts von all den Dingen die er ihr da erzählte. Aufeinmal fühlte sie sich unendlich schlecht. "ich glaube es ist besser wenn wir uns nicht mehr sehen bis du deine Sucht im Griff hast." Dieser Satz zerstörte alles was sie sich bis heute aufgebaut hatte. Sie stieg ohne ein Wort zu sagen aus und ging langsam zurück zu ihrer Wohnung. Ihre Freunde waren in der Zwischenzeit weg. Aufeinmal fühlte sie sich leer und allein. Niemand da der ihr helfen würde mit dem Kiffen aufzuhören. Niemand der sie unterstützte und für sie da war. Sie ging ins Bad und holte die alte Klinge deren Spuren noch deutlich an ihren Armen zu sehen war. Nur diesmal ist es anders. Diesmal würde sie nichts davon abhalten den Schnitt tief und gerade in ihre Hauptschlagader zu setzen. Nichts dass sie noch am Leben hielt. Ihre Probleme holten sie ein. Sie schnitt und aufeinmal wurde alles leicht und sie begann zu spüren wie sich ihre Probleme langsam auflösten. Erlösung, dachte sie. Für sie war das Leben vorbei. Nie wieder Schmerzen, nie wieder Trauer und Einsamkeit.............
ENDE
Die Moral von der Geschichte: Lass Drogen niemals dein Leben kontrollieren! Sei frei und leb dein Leben.....
|