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Autor Thema: Mögt ihr Kinder- und Jugendliteratur? Wenn ja, dann....  (Gelesen 590 mal)
Julia
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« am: 28 März 2009, 10:59:06 »

Wenn ja, dann fallt ihr nach der Meinung der Verfasserin dieses Artikels unter die Rubrik der Weltflüchter und denjenigen, die sich in die heile Welt ihrer Kindheit zurücksehnen.

http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/26/1099761.html

Was haltet ihr von diesem Artikel?
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Joanna
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« Antworten #1 am: 28 März 2009, 11:26:27 »

oh mein gott ist die frau nicht mehr ganz dicht im Kopf?
Also auf jeden Fall hat sie keine Ahnung, was in den Buchhandlungen angeboten wird. Alles Fantasy sind Kinder und Jugendbücher, gaaaaanz genau. Natürlich hab ich keine Fantasy in meinen Regalen stehen, sondern nur Kinderbücher, ausnahmslos, weil die Zwerge von Markus Heitz ja für Kinder geschrieben wurdenund Herr der Ringe erst. Mich wundert es ehrlich gesagt, dass genau dieser Titel nicht erwähnt wurde, bzw. der kleine Hobbit.
Noch besser finde ich, dass sie in einem Zug Märchen und Sagen aufzählt. Sicherlich, die Griechische Mythologie ist nur was für Kinder und Erwachsene interessieren sich nur dafür, wenn sie sich ine ine heile jugendliche Zukunft träumen wollen. Ich glaube da bräuchte jemand dringend eine richtige Führung durch die Literatur.
Die Spiegel-Bestsellerlisten haben 11 Belletristische Bücher und 9 Kinder und Jugendbücher in den top 20 drin, die Mehrheit ist knapp, aber definitiv vorhanden. Und sicherlich kaufen die Erwachsenen die Bücher nur für sich allein und man schenkt den Kindern und Jugendlichen zum Geburtstag keine Bücher mehr, natürlich nicht. Harry Potter wurde auch nur voon Erwachsenen gelesen und es gab keinen Boom, bei dem plötzlich Millionen von Kindern und vor allem auch Jungs angefangen haben zu lesen. nein nein, alles verarsche um zu verdecken, dass die Eltern die Bücher in die Hand genommen haben und sich hinter ihren Kindern evrsteckt habend amit niemand mitbekommt, dass sie Kinderbücher lesen. Und grundschullehrer und Kindergärtner lesen natürlich die Bücher für sich selbst und nicht um zu erfahren, ob es den Kindern in der Klasse gefallen könnte und natürlich lesen die Eltern alles für sich und nicht um zu erfahren, was ihre Kinder da eigentlich lesen.
Ich glaube die frau liest selbst gern Kinder und Jugendbücher und wollte sich nur hinter ihrem tollen Artikel verstecken...
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Julia
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« Antworten #2 am: 28 März 2009, 11:34:20 »

*lach

ich hab auch so gedacht, als ich das gelesen habe. Ich finde es sehr unfair von ihr, alles in eine bestimmte Sparte zu stecken und abfällig über die zu sprechen, die Fantasy lesen.
Gerade diejenigen, die gerne Kinder- und Jugendbücher lesen, haben einen schweren Stand. Ich habe mich schon oft gefragt, warum das so ist, weil ja durchaus anspruchsvolle Literatur unter diesen Büchern zu finden ist. Ganz ehrlich, da lese ich lieber Eragon, als Feuchtgebiete.
Und auch Schiller mit seinem ständig erhobenen Zeigefinger, der ja durchaus unter die anspruchsvolle Literatur fällt, will ich nicht immer lesen. Was ist mit Klassikern der Weltliteratur wie Kafka, der fantasylastige Bücher geschrieben hat? Flüchtet sich jeder Erwachsene in diese Welt, der die "Verwandlung" oder das "Schloss" in die Hand nimmt?
Auch die ganzen Vorurteile, wie sie sehr christliche Meyer und Aussagen dieser Art regen mich auf. Klar, Edward will erst mit Bella schlafen, wenn sie verheiratet sind, aber er stammt auch aus einer anderen Zeit mit anderen Werten. Selbst wenn du Serien wei "Smallville" einschaltest, wird ein großes Trara um das erste Mal gemacht, da muss nicht ein Vampir-Buch für herhalten.
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Charly
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« Antworten #3 am: 28 März 2009, 11:43:28 »

Das erste, was ich mich gefragt habe, ist wie sie etwa die Bücher von Brigitte Blobel als "heile Welt"-Bücher einstufen kann. Das ist Jugendliteratur, aber da ist die Thematik ja genau das, was sie so schön "Erwachsenenthemen" nennt. (
Zitat
Da ist von Ehebruch, Tod, Krankheit oder schweren Schicksalsschlägen die Rede, Erwachsenenthemen also.
)
Und wie Joanna schon meinte - alle Fantasy ist Kinderliteratur, aber klar.

Die Frau hat einen Schatten und mit den ganzen Dark-Fantasy-Liebesromanen kann man der Welt genauso gut entfliehen wie mit Harry Potter. (Wenn man das mag, versteht sich.)

Außerdem verstehe ich immer nicht, wie man ein Buch höher einstufen kann als ein anderes. Warum ist das toller? Warum ist das Buch lesenswerter, nur weil es hochliterarisch geschrieben ist?
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Joanna
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« Antworten #4 am: 28 März 2009, 11:44:12 »

Das große Trara um das erste Mal ist deshalb vorhanden, damit man den Jugendlich verdeutlicht, dass es ein wichtiges und schönes ereignis ist und es nicht verschwendet werden sollte an irgendwen nur um nicht mehr Jungfrau zu sein. Kinder und Jugendbücher haben ja damit auch eine Botschaft, die sie vermittelnund ganz ehrlich, mit 14 interessiert mans ich schon für solche Themen und dann in einem Jugendbuch zu beschreiben, wie sie es am besten täglich miteinander machen und keinen Wert auf Werte legen wäre sicherlich nicht toll für Jugendliche.

Wie ich schon sagte, sie hat ne Schraube locker. Wir werden in drei Monaten mal die Bestsellerlisten ansehen udn ich wette sie wird dann denken, ihr Artikel wurde von so vielen gelesen, die plötzlich zur Besinnung gekommen sind und aufgehört haben Kinder und Jugendbücher zu lesen und der Boom deshalb vorbei ist.
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Julia
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« Antworten #5 am: 28 März 2009, 11:54:58 »

Ein bisschen Trara ist ok. Beispielsweise hat Meg Cabot eine Reihe um Samantha geschrieben, (total toll, wenn ihr die Chance habt, lest diese Bücher!!) die sich in den Sohn des Präsidenten verliebt, nachdem sie dessen Vater das Leben gerettet hat. Sie kommen zusammen und im zweiten Band macht er eine Bemerkung, die sie so auffasst, als wolle er mit ihr schlafen. Sie ist total aufgeregt und fragt sich ob sie will, wie sie verhütet etc.
In einem Streitgespräch im TV sagt sie dann auch, dass sie dafür ist "ja zu Sex zu sagen" und es mit Vorbereitung und verantwortungsbewusst zu tun, als das es heimlich passieren muss. Danach wird sie von einer Schulzicke total fertig gemacht und öffentlich als Schlampe benannt. Es wird zwar alles gut, aber solche Reaktionen werden sehr oft erwartet, vor allem in amerikanischer Literatur oder auch in den Filmen. Ich meine gerade in Smallville haben sie mehrere Staffeln lang an einem Kuss rumgemacht. Im Buffy gings da schneller zur Sache ^^
Natürlich sollte man es so darstellen, das es etwas tolles ist und so, aber mir geht dabei sehr oft die Ehrlichkeit verloren. Dass das erste Mal gerade für eine Frau nicht gerade prickelnd ist (normalerweise) und auch der Mann mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen hat, geht dabei einfach total verloren. Am Ende glauben die Mädels diese Verherrlichung und denken dann, nach ihrem ersten Mal, das was mit ihnen nicht stimmt. Auch nicht der richtige Weg...
Aber zurück zum Thema *lalala*

Ich glaube gar nicht, dass fantasylastige Titel ganz aus den Listen verschwinden. Das wünsche ich mir auch gar nicht, weil ich es wichtig finde. Sie lassen einen ausruhen. Hohlbein hat mal gesagt, dass es nicht schlimm ist zu flüchten, solange man den Rückweg findet und ich denke genauso. Klar flüchte ich, wenn ich Fantasytitel lese, aber ich flüchte ebenso wenn ich einen Erlebnisbericht oder einen Krimi lese. Das pauschalisieren der Literatur gefällt mir dabei nicht.

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« Antworten #6 am: 28 März 2009, 12:05:44 »

Ich wollt grad sagen. Jedes Buch ist Flucht, denn selbst die "hochliterarischsten" Bücher sind nicht mein eigenes Leben und können somit ja nur eine Flucht vor diesem darstellen.

Und was Sex angeht, stimme ich dir für einige Bücher und Serien zu - aber keineswegs für alle. Mein Beispiel von vorhin, Brigitte Blobel, schreibt da sehr realistisch und sie spricht immer wichtige Themen an und dass sie heute noch genauso Bücher veröffentlicht wie damals, als ich zehn war, spricht ja schon mal sehr für sie...
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Julia
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« Antworten #7 am: 28 März 2009, 13:10:06 »

Ich hab Brigitte Blobel gerade als Jugendliche sehr gerne gelesen und sie hat sich damals auch Zeit für mich genommen und mit mir gesprochen, obwohl mich die Lehrer echt nervig fanden und mich eigentlich wegscheuchen wollten *g
(Autorenlesungen in Schulen sind große Klasse!)
Aber (!) Brigitte Blobel verbleibt bei Andeutungen. SIe wird nie konkret und gerade als JUgendliche bist du neugierig, gerade wenn es Sex betrifft und da ist dir das dann zu wenig. Liebesromane sind in diesem Alter zu viel, denn das alles willst du gar nicht wissen, aber mehr als in Blobels Büchern hätte ich mir schon gewünscht. Auch fand ich ihre Hauptpersonen immer etwas naiv und die Erwachsenen sehr festgefahren in ihren Ansichten, sodass die sehr oft die bösen waren.
Jedenfalls war das in den alten Büchern so.
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« Antworten #8 am: 28 März 2009, 13:57:08 »

Andeutungen? In Bezug auf Sex meinst du, oder? Gut, das stimmt, da war das "weiteste", was es in einem meiner Bücher gab, dass er die Hände unter ihrem T-shirt hatte. Allerdings war er ihr Lehrer und das war die besprochene Thematik, von daher...

Mir hat das in den Büchern nicht wirklich gefehlt, da wollte ich das gar nicht unbedingt lesen. Gegebenenfalls wurden dann eher Liebesromane von Mama geklaut.  Engel
Aber da fällt mir auf: Ich glaube, generell hatte ich nie wirklich in der Hinsicht explizite Jugendbücher.

Ich glaube, gerade dass die Erwachsenen immer wieder die Bösen waren, ist auch Absicht, eben weil das viele Jugendliche so empfinden und sie einerseits zeigt, dass die manchmal falsch liegen mit ihren Annahmen, aber gleichzeitig auch, dass alles schon irgendwie hinkommt und so...
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Julia
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« Antworten #9 am: 28 März 2009, 14:05:19 »

da kommt dann aber immer mein Gerechtigkeitsempfinden hoch und so krass fand ich die Erwachsenen selbst in der Pubertät nicht. (Bis auf ein paar, die ich aber eh nicht leiden konnte)

Und in dem Buch hatte sie ihr T-Shirt sogar ausgezogen!!! Das war schon ui. Auch in der Geschichte, in der sich die Zwillinge ineinander verliebt haben war irgendwas mit küssen und fummeln glaube ich.
(aber in "einen Lehrer liebt man nicht", fand ich die doofe Nachbarin so scheiße. Was geht es die denn an, was ihr Mieter in seiner Wohnung macht? Gar nichts!! So eine doofe alte Ziege!)
« Letzte Änderung: 28 März 2009, 14:19:30 von Julia » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 28 März 2009, 15:35:10 »

Also ich fand die Erwachsenen in den Büchern gar nicht so schlimm.
Ja, die Nachbarin - aber solche Leute gibt es ja tatsächlich und das hat nichts mit negativ gegenüber Erwachsenen zu tun.
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Julia
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« Antworten #11 am: 28 März 2009, 19:49:11 »

Nur weil ich sage, welche Szene ich in einem Buch erschreckend fand heißt das nicht, dass sie für mein Gesamtbild von Büchern zählt.

Ich fand die Erwachsenen grässlich. In dem Buch über Magersucht beispielsweise (mit fällt der Titel nicht mehr ein, ich glaube meine schöne Schwester oder so) waren es nicht nur die Eltern, die das Mädel benachteiligt haben, sondern auch die Krankenschwestern im Krankenhaus waren total gemein zu ihr, dabei hat sie wirklich schon genug durchgemacht und hätte mal etwas Liebe und Zuwendung verdient, anstatt weiteres Gezicke. In "seine Mutter mag mich nicht" war es natürlich die Mutter, aber da fand ich auch, das zu wenig Unterstützung von Seiten der Erwachsenen da war. Auch in dieser Zwillings-Geschichte haben die Erwachsenen ja richtig krass reagiert, waren vorher aber sehr nachlässig und haben die Augen vor vielem verschlossen. Das hat sich für mich einfach durch alle Bücher gezogen.
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« Antworten #12 am: 28 März 2009, 19:56:23 »

Die beiden Bücher, die du jetzt gerade nennst, kenn ich gar nicht. Vielleicht liegts daran.

Und mir war schon klar, dass die Frau nur ein Beispiel war, aber wie gesagt...
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Deus Irae
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« Antworten #13 am: 02 Mai 2009, 09:08:20 »

Wie geil ist das denn? Die implizite These, dass [Zitat] "Literatur, die uns die Auseinandersetzung mit dem Individuum und der Geschichte in Werken von tieferer Bedeutung und höherer sprachlicher Qualität vorführt" etwas Besseres oder Höherwertiges sei, als ... ja als was eigentlich.

Wie misst man "tiefere Bedeutung" und "sprachliche Qualität"?
Zahlreiche Werke der sogenannten Hochliteratur sind für mich literarische, intellektuelle Masturbation der Autoren und ihre Anhänger sind einfach nur kleine Wichser.

Ich ziehe jede Mumintal- oder Blidfin-Geschichte einem Hans-Magnus Enzensberger-Erguss ganz einfach deshalb vor, weil gerade Kinderbuchautoren es oftmals verstehen, archetypische Konflikte, Konstellationen und Figuren mit wenigen Worten zu umreißen (ohne dabei explizit darüber zu reflektieren), diese Geschichten mein Herz ansprechen und mein Verstand keinerlei Ansprache mehr nötig hat.
Enzensberger (als leuchtendes Beispiel elitärer Verquastheit) hat mir grundsätzlich weniger Neues zu erzählen als ein Otfried Preußler.


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I Look Inside Myself And See My Heart Is Black
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