Schloss-Spektakel Braunschweig

8. Juli 2015 von Averan

Kleinkunst ist etwas Wunderbares! Das haben wir insbesondere letztes Wochenende festgestellt, als wir uns spontan dazu entschieden beim Schloss-Spektakel in Braunschweig Gast zu sein. Trotz brennender Hitze wagten wir uns auf den Ausflug und bereuen keine Sekunde! Worum es bei dem Schloss-Spektakel geht erkläre ich anhand dieses kleinen Erfahrungsberichts.

Der Verein Kulturzelt Braunschweig e.V. lud am 4. und 5. Juli 2015 zum Schloss Richmond in Braunschweig ein. Ein Kleikunstfestival findet dort mit zahlreichem Bühnenprogramm statt. Die Location ist dementsprechend traumhaft, denn das Schloss Richmond ist nicht nur ein besonderes Bauwerk, es ist direkt am Park mit See und Fluss gelegen, also genau der richtige Ort um es sich mit Picknick auf einer Decke gemütlich zu machen und den Künstlern bei ihrer Show zuzusehen.

5 Stunden Kleinkunstfestival Schloss-Spektakel

Ratten © Foto: Lars Zink

Ratten
© Foto: Lars Zink

Insgesamt gab es in diesem Jahr 20 Bühnen und Spielflächen, auf denen über 70 Künstler auf beide Tage verteilt ihr Programm darboten. Da wir uns sehr spontan zu diesem Ausflug entschieden haben, wussten wir gar nicht, was uns erwartet, glücklicherweise waren wir von perfekt organisierten Freunden umgeben, die nicht nur das Programmheft und den Lageplan studiert, sondern einen eigenen Veranstaltungskalender zusammengestellt hatten. So konnten wir uns stressfrei anschließen und jede halbe Stunde die Standorte wechseln.

Noah Chorny © Foto: Lars Zink

Noah Chorny
© Foto: Lars Zink

Das Programm sah vor, dass an jedem Standort zeitversetzt eine Veranstaltung gezeigt wurde. Diese dauerte in der Regel ca. 20 Minuten, sodass die Besucher genug Zeit hatten zur nächsten Bühne zu gehen ohne etwas zu verpassen. Leider beinhaltete das aber auch, dass man gar nicht die Gelegenheit hatte jeden Künstler zu sehen, man musste schon eine Vorab-Auswahl treffen oder einfach zufällig von Bühne zu Bühne gehen. Unsere erste Station waren die Ratten, ein Nagertrio (normalerweise sind sie zu viert), das mit Charme und Frechheit das Publikum zum Lachen brachte. Bei Temperaturen kurz vor 40 Grad hatten auch viele Mitleid mit den fellbesetzten Musikanten, so erhielten sie gleich doppelt Applaus für Ausdauer und Leistung.

Kommunikation ohne Worte

Les Frères Taquins © Foto: Lars Zink

Les Frères Taquins
© Foto: Lars Zink

Danach folgte eine Pantomimenshow mit Gregor Wollny. Mit Zollstock und Koffer bewaffnet brachte er die Zuschauer nicht nur zum Lachen. Dank seines Humors und der dazu passenden Mimik haben wir uns köstlich amüsiert, auch ohne viele Worte. Ebenso wortkarg war Noah Chorny, der dafür mit seiner Körperbeherrschung an der Stange begeisterte. Ganz ohne Worte kamen auch Les Frères Taquins aus. Das Duo wusste das Publikum mit Mimik und Gestik einzubeziehen und zog auch die eine oder andere helfende Hand mit auf die Bühne.

Trotz hoher Temperaturen viel Körpereinsatz

Nach dieser Vorstellung zogen wir weiter, wollten eigentlich das Automatarium aus Spanien sehen, der Andrang war jedoch so groß und wir von der Hitze so geplättet, dass wir beschlossen eine Station ausfallen zu lassen, so zogen wir weiter zum Circus unARTiq. Dieses Duo präsentierte eine Mischung aus Boden- und Luftakrobatik, gepaart mit kleinen Jongliereinagen. Langsam auf dem Rückweg zum Schloss machten wir an unserer letzten Station halt. Dort tanzte das Duo Indigo eine beeindruckende Choreografie auf einer kleinen Drehbühne, die wir in dieser Form noch nie zu sehen bekommen haben.

Feuerwerk © Foto: Lars Zink

Feuerwerk
© Foto: Lars Zink

Zurück am Schloss betrachteten wir vom Hügel herab, wie alle Künstler mit Teelichtern ausgestattet – schließlich war es mittlerweile schon recht dunkel – und unter Applaus auf der Wiese vor der Oker ihre Plätze für die Verabschiedung einnahmen. Der Tag fand mit einem Feuerwerk seinen krönenden Abschluss. Der Kulturzelt Braunschweig e.V. hat mit dem Schloss-Spektakel ein wirklich wunderbares Festival veranstaltet, welches noch lange in Erinnerung bleiben wird. Schön war vor allem, dass den Gästen die freie Wahl gelassen wurde, was sie verzehren möchten. Es gab Essenstände verschiedener Vereine und Kulturen, von polnischem Bigos bis zu haitischen Speisen gab es einiges zu entdecken. Jeder durfte sich aber seine Verpflegung auch selbst mitbringen, so war es keine Seltenheit Gruppen beim Picknicken zu entdecken, die mit Bollerwagen ausgestattet von Bühne zu Bühne zogen. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr, wo hoffentlich wieder am Schloss Richmond viel Kleinkunst und Akrobatik präsentiert wird!

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